Geförderte im Fokus

In dieser Bildstrecke kommen die „Heisenbergianerinnen“ und „Heisenbergianer“ selbst zu Wort: Aus dem Blickwinkel ihrer jeweiligen Disziplin beschreiben Geförderte ihre Erfahrungen mit dem Programm – von der Antragstellung bis zu einer möglichen Berufung.

Torsten Doenst

Torsten Doenst ist leitender Oberarzt – und gleichzeitig Heisenberg-Professor im Bereich Herzchirurgie. „Der Praxisbezug der medizinischen Wissenschaft, gerade in der Chirurgie, ist mir wichtig“, sagt der Mediziner, der Theorie und Praxis zusammenbringen möchte. „Die Heisenberg-Professur verleiht mir Unabhängigkeit im Rahmen des Systems und zusätzlich die nötige Glaubwürdigkeit – die Unterstützung durch die DFG ist besonders in schwierigen Zeiten sehr viel wert.“ Schließlich betont er, dass die Aufnahme ins Heisenberg-Programm auch eine große Verantwortung mit sich bringt.

Holger Gies

Holger Gies – ehemaliger Geförderter im Emmy Noether-Programm und Träger des Heinz Maier-Leibnitz-Preises – ist Heisenberg-Professor für Theoretische Physik an der Universität Jena und bringt es auf den Punkt: „Die Freiheit der Wissenschaft noch einmal auf die Spitze getrieben – das bedeutet das Heisenberg-Programm für mich.“

Jens Jäger

Wie erlebt die Bevölkerung den Staat und seine sichtbaren Staatsdiener – wie etwa die Polizei? Die Beziehung von Bevölkerung und Staat ist zentrales Forschungsthema des Historikers Jens Jäger. Er empfand die Antragsphase als „sehr angenehme Zeit mit überschaubarem Aufwand“. Für den an der Universität Köln tätigen Wissenschaftler hat das Heisenberg-Stipendium auch eine beruhigende Funktion: „ Das Heisenberg-Programm ist für mich eine ganz tolle Sache. Man kann neue Verknüpfungen wagen und erhält viel positives Feedback!“

Friederike Lang

Friederike Lang forscht am Institut für Ökologie der TU Berlin und befasst sich mit physiko-chemischen Prozessen in Böden. Sie beschreibt die Antragsphase für das Heisenberg-Programm als sehr intensiv und konstruktiv: „Ich konnte mir die Zeit nehmen, endlich verschiedene einzelne Ideen, die ich schon seit längerem im Kopf hatte, aufzuschreiben und zu einem Gesamtkonzept zu kombinieren.“ Friederike Lang schätzt am Heisenberg-Programm, dass sie durch die Förderung den eigenen Forschungsschwerpunkt erweitern und vertiefen kann. „Ich freue mich auch über das Stipendium, weil es die Möglichkeit bietet, bestehende Kontakte auszubauen und neue Kooperationen zu initiieren“, sagt die Geo-Ökologin und Bodenwissenschaftlerin.

Gero Mühl

Gero Mühl war nicht lange Heisenbergianer: Nach nur acht Monaten Förderung trat er schon wieder von dem Stipendium zurück – ihn hatte der Ruf auf eine Professur „ereilt“. Heute forscht er als Professor am Institiut für Informatik der Universität Rostock zu IT-Themen wie „Verteilte Systeme“ oder „Middleware“. Er blickt positiv auf die – wenn auch kurze – Förderzeit zurück: „Ich habe so die Zeit bis zur Professur optimal nutzen können. Und auch für die Berufungsverhandlungen war es ein Vorteil, im Heisenberg-Programm zu sein.“

Romana Piat

Romana Piat forscht zu Mikrostrukturmodellierung und -optimierung von Metall-Keramik-Verbundwerkstoffen. Die Antragsphase war für die Wissenschaftlerin eine spannende Zeit. Dass sie nun zu den Heisenbergianern gehört, fördert auch ihr wissenschaftliches Selbstbewusstsein: „Es ist, als ob einem kleine Flügel wachsen!“ Das Programm ist aus ihrer Sicht eine sehr gute Sache. „Seitdem ich im Heisenberg-Programm bin, bewege ich mich viel freier!“

Susanne Rau

„Ich bin stolz darauf, dass ich mein selbst entwickeltes Profil überzeugend darstellen konnte.“ Für die Historikerin Susanne Rau ist die Heisenberg-Professur ein Element, das ihr im wissenschaftlichen System Stabilität ermöglicht. Obwohl der Weg zur Heisenberg-Professur ihrer Einschätzung nach steinig sein kann, empfiehlt die Wissenschaftlerin, es mit einem Antrag zu versuchen: „Es ist die Chance, sich die Wunschprofessur zu gestalten – und damit ein einzigartiger Luxus.“

Henrike Scholz

Henrike Scholz untersucht die neuronalen Grundlagen für Alkoholtoleranz und analysiert die genetischen Veränderungen rund um alkoholinduzierte Verhaltensweisen. „Mit dem Stipendium stieg das Interesse an mir als Wissenschaftlerin – das war und ist schön zu erleben“, sagt die Tierphysiologin. „Heisenberg bedeutet, dass ich mehr Freiheit für meine Forschung habe. Und dass ich Zeit habe, mich auch mit riskanteren Forschungsfragen zu etablieren.“ Die Aufnahme ins Heisenberg-Programm stuft sie als „realistisch und machbar“ ein. Henrike Scholz ist auch der nächste Schritt gelungen: Zum Sommersemester 2010 hat sie einen Ruf auf die Heisenberg-Professur für Zoologie/Neurobiologie an der Universität zu Köln erhalten.

Jörg Schumacher

Mit dem Startpaket der Heisenberg-Professur, das Jörg Schumacher mit seiner Universität, der TU Ilmenau, ausgehandelt hatte, nahm er an dem interdisziplinären Forschungsprogramm zu „Physics of Climate Change“ am Kavli Institute for Theoretical Physics der University of California, Santa Barbara, teil. Mit großem Erfolg: „Aus diesem Aufenthalt ergab sich eine neue Kooperation mit einem Kollegen aus den USA zur turbulenten Konvektion mit Phasenänderungen.“ Insgesamt erhielt Jörg Schumacher durch die Förderung im Heisenberg-Programm „neue und bessere Chancen, um eigene Forschung aufzubauen. Außerdem ist die Aussicht auf eine langfristige Perspektive ein wichtiges Element.“

Jörn Steigerwald

Jörn Steigerwald ist Heisenberg-Stipendiat am Romanischen Institut der Universität Bochum. „Heisenberg ist für mich ein ausgesprochener Luxus. Ich habe die Möglichkeit, in Ruhe zu arbeiten, vollkommen neue Ansätze auszuprobieren und so auch neue Perspektiven zu entwickeln.“ Die Antragsphase empfand der Literaturwissenschaftler als „harmlos“ – besonders mit Blick auf die vielen Vorzüge einer Förderung: „Ich konnte beispielsweise einen Forschungsaufenthalt am Max-Planck-Institut in Florenz verbringen.“ Für einen Forscher, der sich mit Fragen des Zusammenspiels von Text und Bild beschäftigt, sei es ein absoluter Glücksfall, an einem kunsthistorischen Forschungsinstitut arbeiten zu können: „Mit dem Stipendium öffnen sich Türen.“

Christine Tamásy

„Die beste Zeit meines akademischen Lebens“, so bewertet Christine Tamásy ihre Zeit als Heisenberg-Stipendiatin. „Das Programm eröffnet einem tolle Möglichkeiten und eine enorme Freiheit bei der Themen- und auch bei der Standortwahl.“ Mit ihrem Stipendium forschte sie vier Jahre lang an der University of Auckland in Neuseeland. Seit Mitte 2009 ist Christine Tamásy Universitätsprofessorin für Regionalentwicklung (mit den Schwerpunkten Wirtschaft und Entwicklung in ländlichen Räumen) an der Universität Vechta.

Joanna Waniek

„Heisenbergianerin zu sein ist herrlich. Ein enormer Gewinn für das wissenschaftliche Selbstbewusstsein.“ Joanna Waniek forscht am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) und untersucht die Wechselwirkungen zwischen physikalischen und biologischen Prozessen auf unterschiedlichen Raum- und Zeitskalen. Etwa drei Monate eines Jahres verbringt sie bei Forschungsexpeditionen auf See – vor allem im nördlichen Atlantik und seinen Randmeeren. Die Antragsphase empfand Joanna Waniek als relativ stressfrei und daher rät sie auch anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sich zu bewerben: „Die Chancen, ins Heisenberg-Programm aufgenommen zu werden, sind durchaus realistisch!“ Es lohnt sich – Joanna Waniek hat eine neue Arbeitsgruppe aufgebaut und schätzt den Sonderstatus des Programms. Fazit: „Mir geht es gut!“

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