Im Zeichen der Politik: 16. GAIN-Jahrestagung

Appell an Wissenschaft, öffentliche Debatten zu versachlichen / Positive Sicht Deutschlands: Rückkehrwille der Stipendiatinnen und Stipendiaten groß / Doppelte Premiere: GAIN in Washington und Stipendiatentreffen der DFG

Professor Dr. Peter Strohschneider
DFG-Präsident Professor Dr. Peter Strohschneider appellierte, öffentliche Debatten zu versachlichen
© Nicole Glass / GAIN

Die 16. GAIN-Konferenz in Boston

Professor Dr. Peter Strohschneider
DFG-Präsident Professor Dr. Peter Strohschneider appellierte, öffentliche Debatten zu versachlichen
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GAIN-Tagung in Washington - der Saal im Überblick
GAIN-Jahrestagung in Washington
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Dr. Marcia McNutt
Keynote Lecture der neuen Präsidentin der American Academy of Sciences (AAS), Dr. Marcia McNutt
© Nicole Glass / GAIN


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Gruppenbild des Panels
Abschlusspanel mit fünf Mitgliedern des deutschen Bundestages, moderiert von DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek (M.)
© DFG


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Der DFG-Stand mit Menschen im Gespräch
Informationen direkt am DFG-Stand
© DFG


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Wissenschaftspolitische Fragen sind stets ein wichtiges Thema des German Academic International Network (GAIN) gewesen. Die 16. Jahrestagung des internationalen Netzwerks stand jedoch im Zeichen der globalen politischen Lage: „Die Weltlage zwischen Trump, dem Brexit und Erdogan hat bemerkenswerte politische Akzente gesetzt“, sagte DFG-Präsident Professor Dr. Peter Strohschneider bei der vom 9. bis 11. September 2016 erstmals in Washington, D.C., ausgerichteten Veranstaltung. „Die Wissenschaft muss diese Veränderung der Weltlage reflektieren. Oder anders ausgedrückt: Die Welt verändert sich und dazu müssen sich verantwortliche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler äußern“, forderte Strohschneider.

Über die schwierigen und zunehmend populistisch geprägten internationalen politischen Rahmenbedingungen sprachen in ihren Grußworten auch Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg, und der Generalsekretär der Alexander von Humboldt-Stiftung, Dr. Enno Aufderheide. Sie betonten vor rund 500 in den USA und Kanada tätigen deutschen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern sowie Repräsentantinnen und Repräsentanten des politisch-parlamentarischen Raums und aus der Wirtschaft die Bedeutung der Wissenschaft und ihre Verantwortung, die aktuell geführten Debatten über die Flüchtlingskrise, den Brexit oder auch die dramatischen politischen Veränderungen in der Türkei zu versachlichen. „Dies heißt nicht, Differenzen – kulturelle, religiöse, politische – kleinzureden. Nein, Differenzen muss man akzeptieren und aushalten können“, so Aufderheide.

Dr. Marcia McNutt
Keynote Lecture der neuen Präsidentin der American Academy of Sciences (AAS), Dr. Marcia McNutt
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Die 16. GAIN-Konferenz in Boston

Professor Dr. Peter Strohschneider
DFG-Präsident Professor Dr. Peter Strohschneider appellierte, öffentliche Debatten zu versachlichen
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GAIN-Tagung in Washington - der Saal im Überblick
GAIN-Jahrestagung in Washington
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Dr. Marcia McNutt
Keynote Lecture der neuen Präsidentin der American Academy of Sciences (AAS), Dr. Marcia McNutt
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Abschlusspanel mit fünf Mitgliedern des deutschen Bundestages, moderiert von DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek (M.)
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Der DFG-Stand mit Menschen im Gespräch
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Keynote Lecture von Marcia McNutt

In den diesjährigen politischen Fokus des vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) und der DFG veranstalteten größten Treffens für deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler außerhalb Europas passte auch die Keynoteder neuen Präsidentin der American Academy of Sciences (AAS), Dr. Marcia McNutt. Anhand ihres Forschungsfeldes, der Geowissenschaften, illustrierte sie, wie der wissenschaftliche Erkenntnisprozess politisch vereinnahmt und überwiegend in Kategorien von „Nutzen und Wert“ gemessen werde. Die Tendenz, Wissenschaft politischen Interessen zu unterwerfen, beobachte sie nicht nur in den USA, sondern auch Deutschland.

Neben der weltweiten politischen Lage dominierten die aktuellen wissenschaftspolitischen Veränderungen in Deutschland wie die Entscheidungen zur Exzellenzstrategie und dem Nachwuchspakt die Diskussionen der 16. GAIN-Jahrestagung. Vor rund zehn Jahren hatte ein Stipendiat bei der Frage nach der Rückkehr „nach Hause“ gefragt, ob man ihm mit Blick auf die Bedingungen im nordamerikanischen Wissenschaftssystem auch nur einen Grund für die Rückkehr nach Deutschland nennen könne. In dieser Hinsicht hat sich die Stimmung bei GAIN gewaltig verändert: Die Rahmenbedingungen für Wissenschaft und Forschung in der Bundesrepublik sind so günstig, wie sie es wohl noch nie waren – das wird auch im Ausland deutlich wahrgenommen. Der Rückkehrwille unter den Stipendiatinnen und Stipendiaten in das „Paradies mit Schwächen“, wie AvH-Präsident Professor Dr. Helmut Schwarz es ausdrückte, ist daher sehr groß.

Bei den Gesprächen der Stipendiatinnen und Stipendiaten mit den politisch Verantwortlichen wurde im deutsch-amerikanischen Vergleich nicht zuletzt etwa auf die starke Position der deutschen Geistes- und Sozialwissenschaften hingewiesen. Auch die verschiedenen und auf die unterschiedlichen Fächer zugeschnittenen Wege zur Professur wurden positiv erwähnt. Dennoch könne man weiter von den USA lernen: So beispielsweise bei dritten Wegen zwischen Ausstieg aus der Wissenschaft und Aufstieg auf eine Professur.

Stipendiatenabend der DFG

Mit Blick auf den Nachwuchspakt verwiesen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf offene Fragen bei der Umsetzung. Dies kam auch beim Stipendiatenabend zur Sprache, den die DFG erstmals für die von ihr geförderten Stipendiatinnen und Stipendiaten, immerhin mehr als ein Drittel der anwesenden rund 300 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, organisiert hat. DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek stellte aus diesem Anlass erste Ergebnisse einer umfassenden Studie der DFG zu wissenschaftlichen Karrierewegen vor. „Die beiden Nachwuchsförderprogramme der DFG leisten auf höchstem Niveau das, was sie leisten sollen“, sagte Dzwonnek. „Wir müssen deshalb darauf achten, dass die Fördererfolge und Förderfunktionen der bestehenden Nachwuchsprogramme in Deutschland auch in Zukunft erhalten bleiben.“ Die Auswertungen zeigen am Beispiel des Emmy Noether-Programms und des Heisenberg-Stipendiums der DFG, wie effektiv der wissenschaftliche Nachwuchs durch diese Förderinstrumente auf dem Weg zur Professur vorangebracht wird.

Gruppenbild des Panels
Abschlusspanel mit fünf Mitgliedern des deutschen Bundestages, moderiert von DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek (M.)
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DFG-Präsident Professor Dr. Peter Strohschneider appellierte, öffentliche Debatten zu versachlichen
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GAIN-Tagung in Washington - der Saal im Überblick
GAIN-Jahrestagung in Washington
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Keynote Lecture der neuen Präsidentin der American Academy of Sciences (AAS), Dr. Marcia McNutt
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Abschlusspanel mit fünf Mitgliedern des deutschen Bundestages, moderiert von DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek (M.)
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Wie viele Anregungen sich hieraus nicht zuletzt für die Politik ergaben, zeigte sich in der abschließenden Podiumsdiskussion: Fünf Bundestagsabgeordnete diskutierten unter Moderation von DFG-Generalsekretärin Dzwonnek über die Weichenstellungen im deutschen Wissenschaftssystem und zogen eine Bilanz der GAIN-Tagung. Dr. Stefan Kaufmann (CDU) sagte, in den vergangenen zehn Jahren seien in Deutschland viele neue Professuren geschaffen worden. „Jetzt kommen über den Nachwuchspakt noch einmal 1000 Stellen hinzu – wir sollten aber auch darauf achten, dass sie wirklich zusätzlich zu den bestehenden Professuren entstehen. Und wir sollten gleichermaßen darauf achten, dass wir nach wie vor andere Wege zur Professur berücksichtigen, etwa über das Emmy Noether-Programm der DFG“, so Kaufmann. Auch Dr. Simone Raatz (SPD) hat zu wenige Professuren als „Flaschenhals“ im System ausgemacht. Der beschlossene Nachwuchspakt finanziere nun zwar 1000 Tenure-Track-Stellen – jedoch müsse auch der akademische Mittelbau gestärkt werden.

Auf die Frage, ob eine aufwendige Tagung wie GAIN sich überhaupt lohne, sagte Alexandra Dinges-Dierig (CDU): „Viele der Stipendiaten sind zwar informiert, aber sie wissen längst nicht alles über die Situation der Wissenschaft in Deutschland. GAIN ist deshalb eine sehr wichtige Plattform, dieses Wissen zu verbessern.“ Sie zeigte sich jedoch auch überrascht über das hohe Maß an Unsicherheit aufseiten der Stipendiaten. „Es ist wichtig, Chancen zu ergreifen, wo sie sich bieten!“, so Dinges-Dierig – Politikerkarrieren seien schließlich auch nicht planbar. Deshalb bedürfe es einer gewissen „Einfach mal machen“-Mentalität bei jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

In einem Punkt waren sich die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD einig: Die Sicht auf das deutsche Wissenschaftssystem habe sich in den vergangenen Jahren stets gebessert. Dr. Claudia Lücking-Michel (CDU): „Noch 2014 schien es, als sei die deutsche Wissenschaftslandschaft eine Wüste und nur in den USA gebe es tolle Chancen. Das hat sich ziemlich gewandelt – jetzt gibt es eine neugierige Erwartungshaltung auf die neue Situation in Deutschland.“

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© 2010-2017 DFG Aktualisierungsdatum: 23.09.2016Sitemap  |  Impressum  |  Datenschutzerklärung  |  Kontakt  |  RSS Feeds

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