Arbeit und Industrie 4.0

Doreen Fischer, TU Dortmund
Doreen Fischer, TU Dortmund
© D. Fischer

Industrie 4.0 – damit wird das Ziel, eine vierte industrielle Revolution anstoßen zu wollen, bezeichnet. Die erste industrielle Revolution beinhaltete die Einführung von Wasser- und Dampfkraft, die zweite industrielle Revolution fügte die Massenfertigung am Fließband zur Arbeitswelt hinzu, die dritte industrielle Revolution – auch digitale Revolution genannt – brachte die Computer und das Internet an die Arbeitsplätze.

Das Forschungsprojekt „Wandel von Produktionsarbeit – Industrie 4.0“ beobachtet den Wandel von Produktions- und Logistikarbeit unter den Vorzeichen einer „Industrie 4.0“. Unter „Industrie 4.0“ wird die zunehmende Digitalisierung, Vernetzung und Selbststeuerung von Maschinen, Transportfahrzeugen und Robotern über das Internet verstanden, die weitreichende Veränderungen für die Wirtschaft mit sich bringen können. Bislang völlig unklar ist jedoch, welche Folgen für die Beschäftigten in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern entstehen. Doreen Fischer, studentische Mitarbeiterin in diesem Projekt berichtet aus der Forschung:

„Wir führen Betriebsfallstudien durch. Fallstudien sind Teil der empirischen Forschung, das heißt, das Ziel der Forscherinnen und Forscher ist es, möglichst viele Daten über den Forschungsgegenstand – also in unserem Fall die Betriebe – zu sammeln. Wir unterhalten uns mit Beschäftigten, Führungskräften und der Arbeitnehmervertretung darüber, wie sie die Folgen der Digitalisierung und Industrie 4.0 für die Arbeit bewerten. Es geht dabei zum Beispiel um Fragen wie: Verändern sich die Aufgaben und Tätigkeitsschwerpunkte der Beschäftigten? Steigen oder sinken die Anforderungen an sie? Werden Beschäftigte und Roboter wirklich zu Kollegen, die Hand in Hand zusammenarbeiten? Wie gehen die Beschäftigten damit um, wenn ihnen eine Datenbrille immerzu sagt, was sie zu tun haben?

Insgesamt gehen wir davon aus, dass sich mit der Verbreitung solcher digitaler Technologien keineswegs ein einheitlicher Trend verbindet, nach dem Motto ‚Die Arbeit wird dank Robotern für alle leichter und attraktiver’. Denn die Landschaft an Unternehmen ist zu vielfältig, als dass diese Aussage für alle Beschäftigten zutreffen könnte. Wir schauen also auch dorthin, wo sich (auf den ersten Blick) wenig verändert. Stattdessen suchen wir nach Mustern und Gemeinsamkeiten, etwa was die Qualifikationen der Beschäftigten betrifft oder die Unternehmen selbst, für die sie arbeiten, sowie deren wirtschaftliche Verfassung und das Marktsegment, in dem sie sich befinden.

Für uns Sozialwissenschaftler ist aber vor allem spannend herauszufinden, wie Menschen mit moderner Digitaltechnik an ihren Arbeitsplätzen umgehen und welche Probleme sie dabei zu bewältigen haben. Und: Wird ihnen diese Technik einfach vorgesetzt oder haben sie die Chance mitzubestimmen?“


Steckbrief

Projekttitel: Wandel von Produktionsarbeit – Industrie 4.0
Standort: TU Dortmund
Projektleitung: Prof. Dr. Hartmut Hirsch-Kreinsen
DFG-Förderung: Einzelförderung/Sachbeihilfe
Förderung: seit 2015

Zusatzinformationen

© 2010-2019 DFG Letzte Aktualisierung: 19.03.2018 Sitemap   |  Impressum  |  Datenschutzhinweise  |  Kontakt  |  Service

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