Wie Beruf und Gesundheit zusammenhängen

Hanno Hoven

© H. Hoven, Universitätsklinikum Düsseldorf

„Wir untersuchen, ob bestimmte Berufsverläufe einen Einfluss auf die Gesundheit haben können. Uns interessieren dabei vor allem unsichere Beschäftigungsverhältnisse, inklusive wiederholter Phasen der Arbeitslosigkeit, unfreiwilliger Unterbrechungen oder fehlender beruflicher Aufstieg. Wir gehen der Frage nach, ob und wie sich Berufsverläufe, die von solchen Belastungen geprägt sind, auch auf die geistige und körperliche Gesundheit auswirken“, berichtet Projektmitarbeiter Hanno Hoven.

Sein Projekt ist Teil einer großen französischen Gesundheitsstudie namens CONSTANCES. „Insgesamt werden circa 200 000 Personen unter anderem zu ihrer Berufstätigkeit befragt. Dazu gehören Angaben zur Arbeitsbelastung und rückblickend zur gesamten Berufsbiografie. Umfangreiche Gesundheitsuntersuchungen flankieren die Studie. Dadurch können wir untersuchen, ob ein statistischer Zusammenhang zwischen psychischen Belastungen durch unsichere Beschäftigungsverhältnisse und dem späteren Gesundheitszustand besteht“, erklärt Hoven.

Er fasst die ersten Ergebnisse zusammen: „Belastende Erfahrungen in der Berufsbiografie, wie häufige Perioden der Arbeitslosigkeit, fehlender beruflicher Aufstieg und unfreiwillige Unterbrechungen, führen offenbar häufig zu späteren Gesundheitsproblemen. Konkret haben wir unter anderem Indikatoren wie physische Belastbarkeit, Lungenvolumen, Stimmungsschwankungen oder Anzeichen für Depression sowie das Erinnerungsvermögen betrachtet. Wenn der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Arbeitszufriedenheit sich erhärtet, können wir daraus praktische Konsequenzen ziehen. Zum Beispiel kann dann die betriebliche Gesundheitsförderung bestimmte präventive Maßnahmen vorsehen. Das heißt, den Auswirkungen, die offensichtlich mit unsicheren Beschäftigungsverhältnissen zusammenhängen, könnte früh und damit vorsorgend begegnet werden. Das gilt besonders für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die unter Unsicherheit leiden, wie junge Menschen in der Qualifikationsphase.“


Steckbrief

Projekttitel: Kritische Erwerbsbiographien, psychosoziale Arbeitsbelastungen und Gesundheit: die CONSTANCES-Studie
Standort: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Universitätsklinikum Düsseldorf
Projektleitung: Prof. Dr. Johannes Siegrist und Dr. Morten Wahrendorf
DFG-Förderung: Einzelförderung/Sachbeihilfe
Förderung: seit 2016

Zusatzinformationen

© 2010-2019 DFG Letzte Aktualisierung: 21.03.2018 Sitemap   |  Impressum  |  Datenschutzhinweise  |  Kontakt  |  Service

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