Anpassungsfähigkeit in der Arbeitswelt

Arnulf Schüffler

© Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl Wirtschaftsypsychologie

Routinen spielen im Arbeitsleben eine große Rolle – die Industrie 4.0 mit immer stärker individualisierten Produkten und damit auch Arbeitsabläufen stellt hier an die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer große Herausforderungen. Das Teilprojekt „Intentional Forgetting Routines and Retrieval Cues“ des Schwerpunktprogramms „Intentional Forgetting in Organisationen. Mechanismen des Vergessens als Anpassungsleistungen von Organisationen an eine Umwelt stetig wachsender Informationsmengen“ erforscht, wie willentliches Vergessen funktioniert und uns bei der Arbeit besser machen kann.

Arnulf Schüffler von der Ruhr-Universität Bochum berichtet: „Bei Change- und Veränderungsprozessen geht man davon aus, dass es ausreicht, wenn gewusst, gekonnt und gewollt wird, was zu verändern ist. Gerade im Kontext von routinisierten Handlungen werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jedoch häufig ‘rückfällig’. Veränderung ist nicht nur ein Problem des Neuen, sondern auch des Alten. Erst wenn alte Routinen nicht mehr ausgeführt,‘vergessen’ werden, können Veränderungen erfolgreich sein. Besonders betroffen sind hiervon Produktionsroutinen. Die Notwendigkeit zur Anpassung lässt sich jedoch in nahezu jedem Arbeitskontext finden.

Im Fokus unseres Forschungsvorhabens steht das intentionale Vergessen von sogenannten überlernten, ‘automatisch’ ablaufenden Routinetätigkeiten, die Teams im Arbeitskontext in Organisationen ausführen. Hierbei geht die Forschung davon aus, dass Hinweisreize (retrieval cues) bestimmte Verhaltensmuster aktivieren. Daher sind diese Hinweisreize ein guter Ansatzpunkt, um intentionales Vergessen zu beeinflussen.

Ziel unserer Forschung ist es, zum einen darzustellen, wie Routinen intentional von Individuen, Teams und Organisationen vergessen werden können. Zum anderen untersuchen wir die besondere Wirkung von Hinweisreizen bestimmter Kategorien. Ein Ziel ist daher die Identifikation besonders wirksamer Hinweisreize, deren Manipulation willentliches Vergessen in besonderer Weise befördert.

Die Forschung zu intentionalem Vergessen fokussiert eine zentrale Grundlage menschlicher Wirksamkeit in einer durch Wandel geprägten und nach Individualisierung strebenden Arbeitswelt.“


Steckbrief

Projekttitel: Intentional Forgetting Routines and Retrieval Cues
Standort: Ruhr-Universität Bochum
Projektleitung: Prof. Dr. Annette Kluge, Ruhr-Universität Bochum
Prof. Dr.-Ing. Norbert Gronau, Universität Potsdam
Sprecherin: Prof. Dr. Annette Kluge
DFG-Förderung: Teilprojekt im Schwerpunktprogramm „Intentional Forgetting in Organisationen. Mechanismen des Vergessens als Anpassungsleistungen von Organisationen an eine Umwelt stetig wachsender Informationsmengen“
Förderung: seit 2016

Zusatzinformationen

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