Ingo Bracke, Ulrike Brand, Hiroko Nakajima, Félix Rozen

Wenn die Sprache erwacht

Schrift wird Malerei, Malerei Musik, Kunstlicht Lichtkunst - Ein intermediale Projekt

Wenn die Sprache erwacht - Ein intermediales Projekt
Wenn die Sprache erwacht - Ein intermediales Projekt
© DFG

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Wenn es um das Thema „Sprache“ geht, fühlen wir uns naturgemäß alle heimisch, denn Sprache ist in unserer menschlichen Existenz das zentrale Mittel der Verständigung. Schon deshalb, so scheint es, ist Sprache das Selbstverständlichste schlechthin. Wie gesagt, so scheint es. „Wenn die Sprache erwacht“, so der Titel einer weiteren Ausstellung, ist nichts mehr so selbstverständlich. Da wird Sprache gemalt, werden Gemälde vertont, dann begegnen wir der Sprache als Lichterscheinung. „Zeichnen ist Sprache für die Augen, Sprache ist Malerei für das Ohr“, sagte der französische Moralist Joseph Joubert schon im 18. Jahrhundert – und gab damit eine vorauseilende Gebrauchsanweisung für die Bewertung der ausgestellten Arbeiten. Was erwartete den Besucher? Keine Auseinandersetzung mit dem Thema Sprachentwicklung und auch keine Reflexion von Ergebnissen der Angewandten Linguistik, der Entwicklungspsychologie oder der Didaktik. Der Ansatz der Ausstellungskuratoren war ein anderer. Er fasste weiter und machte das Thema Sprache zu einer Herausforderung für die Kunst und die Künstler. Sie eröffneten auf ebenso subtile wie sensible, auf jeden Fall auf spannende Weise ihre Sicht der Dinge und ließen die Besucher teilhaben an einem Prozess, der die Vorstellung von „Sprache“ erweiterte. Dabei begegnete man nicht nur den realen Arbeiten der Künstler, man begegnete zugleich der eigenen Fantasie und Vorstellungskraft, die half, den Spuren der Künstler zu folgen.

Die Geschäftsstelle der DFG - im Licht
Die Geschäftsstelle der DFG - im Licht
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So wartete die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gemeinsam präsentierte Ausstellung durchaus mit einigen Überraschungen auf. „Die Bandbreite dessen, was Sprache zu vermitteln vermag, erhält hier eine ungeahnte Dimension“, betonten DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner und der Generalsekretär des Stifterverbandes, Professor Andreas Schlüter, in ihrem gemeinsamen Vorwort des Ausstellungskatalogs. Vier international renommierte Künstler (unser Bild zeigt die Cellistin Ulrike Brand bei der Vernissage) gingen in der Ausstellung einen ungewöhnlichen Weg – ihr Anliegen war es, Sprache über die Augen und Malerei über die Ohren zu vermitteln. Jenseits einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Sprache stand ihre künstlerische Interpretation im Mittelpunkt der vorgestellten Arbeiten. Der Lichtkünstler Ingo Bracke und die Cellistin Ulrike Brand, die Malerin Hiroko Nakajima und der Maler Félix Rozen machten Sprache zu einem visuellen und akustischen Abenteuer. Zu sehen – und zu hören – war das Ergebnis vom 17. November 2009 bis zum 15. Januar 2010 in den Räumen der DFG-Geschäftstelle und im Foyer des Wissenschaftszentrums Bonn.

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