Ausstellung "MenschMikrobe"

Wanderausstellung beleuchtet interaktiv das Erbe Robert Kochs und die moderne Infektionsforschung

Ausstellung
Ausstellung "MenschMikrobe"

Die Wanderausstellung „MenschMikrobe – Das Erbe Robert Kochs und die moderne Infektionsforschung“ der DFG gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut (RKI) thematisiert eine schicksalhafte Gemeinschaft. Denn seit es den Menschen gibt, trägt er Bakterien und Viren, Pilze und Parasiten mit sich, auf seiner Haut, im Mund, im Darm. Die allermeisten Mikroben sind für den Menschen harmlos und viele sind sogar nützlich. Nur die wenigsten machen krank. Dann aber können sie zur Geißel werden – wie die Seuchen Pest und Cholera, Malaria, AIDS oder SARS.

Anlass der Ausstellung ist der hundertste Todestag des Nobelpreisträgers und Mitbegründers der Bakteriologie, Robert Koch, am 27. Mai 2010. „Robert Koch hat mit seinen Entdeckungen nicht nur die Medizin, sondern auch unsere Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit bis heute entscheidend geprägt“, unterstreicht Professor Jörg Hacker, Mitinitiator der Ausstellung und bis zu seinem Wechsel an die Spitze der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina Präsident des RKI. Für den DFG-Präsidenten Professor Matthias Kleiner ist der Kerngedanke der Ausstellung: „Wir möchten mit ,MenschMikrobe‘ eine breite Öffentlichkeit einladen, sich von der modernen Infektionsforschung faszinieren zu lassen und sich zugleich mit ihrer  gesellschaftlichen Tragweite vertraut zu machen“. „MenschMikrobe“ wurde am 2. Juni 2010 in Berlin eröffnet und tourt seither durch Deutschland.

Die interaktive Schau zur Infektionsmedizin ist in ihrer Form bisher einzigartig. Sie bietet einem breiten Publikum – mit einem Sonderangebot für Kinder ab dem Grundschulalter – einen fundierten und allgemeinverständlichen Einblick in die Erforschung der Mikroben und verdeutlicht zugleich die historische und soziale Dimension von Infektionskrankheiten. Dabei stehen Fragen wie „Was sind Mikroben?“, „Wie entstehen Infektionen?“ oder „Wie lassen sich Seuchen  kontrollieren?“ im Fokus. Viele Antworten aus der Zeit Robert Kochs – der vor allem  durch die Identifizierung des Tuberkulosebazillus berühmt wurde – sind heute immer noch gültig. Vieles andere, was man inzwischen über Infektionserreger und ihre faszinierenden molekularen Strategien weiß, ist überraschend und neu. „MenschMikrobe“ greift diese Perspektive  auf und spannt einen Bogen von der Entdeckung der Mikroben durch Koch und seine Zeitgenossen zu den heutigen Herausforderungen der Infektionsmedizin.

In zehn Themenstationen nähert sich „MenschMikrobe“ grundlegenden Fragen rund um die Infektionsbiologie. Die erste Station befasst sich mit Robert Koch, seiner Forschung und seiner Zeit. Weitere behandeln die Natur der Mikroorganismen und die Funktion der Körperflora oder den ökologischen und sozialen Entstehungsbedingungen von Seuchen. Auch Fragen nach dem Nutzen und Nachteil von Antibiotika und den Möglichkeiten der Krankheitsverhütung werden gestellt und beantwortet.

Modern gestaltete Ausstellungswände aus Glas ergänzen die interaktiven Exponate, beispielsweise ein Pandemie-Simulationscomputer und ein Playmobil-Krankenhaus zum Erkennen potenzieller Infektionsquellen. Hörstationen erzählen von den sozialen und kulturellen Auswirkungen historischer Seuchenereignisse wie der Pest in Florenz im Jahr 1348 oder der Cholera-Epidemie 1892 in Hamburg. Eigens aufbereitete Texte und eine eigene Kinderstation vermitteln grundlegende Zusammenhänge bereits an Kinder ab dem Grundschulalter.

Die Wanderausstellung „MenschMikrobe“ wird durch die DFG mit Unterstützung des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft sowie in Teilen aus Mitteln des RKI finanziert.

Zusatzinformationen

© 2010-12 DFG Aktualisierungsdatum: 07.12.2011Sitemap  |  Impressum  |  Kontakt  |  RSS Feeds

Textvergrößerung und Kontrastanpassung