Oymaağaç Höyük / Nerik (Türkei)

Bild aus dem Katalog

 

Ursprung, Entwicklung und Nachleben der Hethitischen Kultur im Mittleren Schwarzmeergebiet – Ausgrabung am Oymaağaç Höyük/Nerik (Türkei)

Steckbrief

  • Oymaağaç Höyük (Türkei), antiker Name: Nerik (hethitisch)
  • Zentraler Ort (hethitischer Kultort)
  • Lage: Mittleres Schwarzmeergebiet, nördlich der der Stadt Vezirköprü.
  • Forschungsgeschichte: 1972 durch B. Alkım (Universität Istanbul) wissenschaftlich identifiziert; 2005/06 Archäologischer und geophysikalischer Survey und seit 2007 Ausgrabungen durch J. Klinger und R. Czichon (Freie Universität Berlin).
  • Aktuelles Forschungsziel: Ursprung und Entwicklung der hethitischen Kultur im Mittleren Schwarzmeergebiet.
  • Förderung: DFG-Langfristprojekt, Gerda Henkel Stiftung, Freie Universität Berlin,Tepe Knauf Ankara.

Naturraum

Der Siedlungshügel Oymaağaç Höyük liegt am Nordrand des Beckens von Vezirköprü/Provinz Samsun, wenige Kilometer südlich des Kızılırmak. Mildes Klima, in dem sogar Oliven gedeihen, kennzeichnet diese fruchtbare Region, die zwischen der Küste des Schwarzen Meeres und dem inneranatolischen Hochland liegt. Mehrere Quellen in Ortsnähe sowie lockere Eichen- und dichte Kiefernwälder mit reichhaltigen Holz- und Wildvorkommen begünstigten die Besiedlung der Region seit 3000 Jahren.

Siedlungsgeographische Charakteristika und überregionale Beziehungen

Die günstigen Umweltbedingungen in Verbindung mit einer idealen verkehrsgeographischen Lage zwischen den Kupferlagerstätten der 15 km südlich liegenden Tavşanberge und einer Furt durch den Fluss Kızılırmak waren die Voraussetzung für das Entstehen einer vom Chalkolithikum (4. Jt. v. Chr.) bis in die Späte Eisenzeit (Mitte des 1. Jts. v. Chr.) währenden Besiedlung, die den Handel zwischen Landesinnerem und Schwarzmeerküste an dieser Stelle kontrollierte.

Politische und sozioökonomische Organisation

Wer die Region im 4./3. Jt. v. Chr. besiedelte, ist bislang nicht bekannt. Ab der 1. Hälfte des 2. Jts. v. Chr. gehört das Mittlere Schwarzmeergebiet zum hethitischen Reich. Die Schriftquellen dokumentieren die Bedeutung der Kultstadt Nerik für die hethitischen Könige, die die Stadt regelmäßig zur Feier großer ritueller Feste aufsuchten. Dies illustriert sehr gut der letzte Bauzustand des zentralen Tempels der Stadt, der mit den umgebenden Höfen eine Fläche von ca. 2500 qm einnimmt. Er kann durch eine Erwähnung des Königs Schuppiluliuma II. in die 2. Hälfte des 13. Jhs. v. Chr. datiert werden.

Zusatzinformationen

© 2010-2016 DFG Aktualisierungsdatum: Sitemap  |  Impressum  |  Datenschutzerklärung  |  Kontakt  |  RSS Feeds

Textvergrößerung und Kontrastanpassung