Tell Schech Hamad / Dur-Katlimmu (Syrien)

Bild aus dem Katalog

 

Ausgrabung in Tell Schech Hamad / Dur-Katlimmu

Steckbrief

  • Tell Schech Hamad (Ostsyrien) antike Namen: Dur-Katlimmu (assyrisch, babylonisch), Magdalu (aramäisch), Magdala (griechisch, lateinisch)
  • Mittel- und neuassyrische Provinzhauptstadt
  • Lage: Ostsyrien am Ostufer des Habur.
  • Forschungsgeschichte: 1879 erste archäologische Sondagen durch H. Rassam; 1975 topographische Aufnahme durch den Tübinger Atlas des Vorderen Orients; seit 1978 Ausgrabungen durch H. Kühne (Freie Universität Berlin).
  • Aktuelle Forschungsziele: Erforschung der urbanen Funktion und Struktur assyrischer Provinzstädte.
  • Förderung: DFG-Langfristprojekt, Freie Universität Berlin, Eberhard Karls Universität Tübingen, Petro Canada, Shell, Deminex, Kulturhilfe Auswärtiges Amt.

Naturraum

Der Fundort liegt am Ostufer des Habur, der das Steppengebiet der Jazira durchzieht und in den Euphrat mündet. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt unter der kritischen Grenze von 200 mm pro Jahr. Die Steppenvegetation ermöglicht eine nomadische bzw. transhumante Kleinviehwirtschaft. Durch ein regionales schiffbares Kanalsystem wurde die Ackerbaufläche in der Umgebung Tell Schech Hamads in assyrischer Zeit (13.–7. Jh. v. Chr.) verdreifacht. Geo- und naturwissenschaftliche Disziplinen wurden für die Rekonstruktion der Paläoumwelt herangezogen: Geologie, Geomorphologie, Hydrologie, Sedimentologie, Pedologie, Zoologie, Pflanzengeographie, Palynologie, Archäozoologie, Archäobotanik, Molluskenforschung, Botanik, Archäometrie, und physische Anthropologie.

Siedlungsgeographische Charakteristika und überregionale Beziehungen

Das alte Siedlungsgelände liegt auf einem Terrassensporn zwischen zwei in unmittelbarer Reichweite mündenden Wadis. Dur-Katlimmu hatte in assyrischer Zeit (13.–6. Jh. v. Chr.) Zentralortfunktion. Die Stadt verband den Westen (Levante) und Norden (Anatolien) mit den assyrischen Hauptstädten im Tigrisgebiet über Straßen (ab dem 8./7. Jh. v. Chr. das System der ‚Königsstraße’) und stellte somit einen wichtigen Knotenpunkt für die Wirtschaftsbeziehungen dar.

Archäologie und Nachhaltigkeit

Ein besonderes Merkmal dieses Projektes ist die Ausbildung örtlicher Ausgrabungsfachkräfte, die auch in anderen Grabungsprojekten Syriens Beschäftigung finden, und die Beteiligung von Ortskräften an Bauwerkerhaltungsmaßnahmen. Generell hat dieses Projekt zu positiven Veränderungen in der Einstellung der lokalen Bevölkerung zu ihrem kulturellen Erbe geführt, unter anderem zu einer Sensibilisierung für den Schutz archäologischer Stätten. Die geplante Implementierung eines archäologischen Parks wird dem langjährigen Wirken des Tell-Schech-Hamad- Projektes zusätzliche Nachhaltigkeit verleihen.

Zusatzinformationen

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