Tell Chuera (Syrien)

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Archäologische Ausgrabungen in Tell Chuera

Steckbrief

  • Tell Chuera (Syrien), antiker Name: Abarsal (?) im 3. Jt. v. Chr. und Harbe im 2. Jt. v. Chr.
  • Lage: Nordostsyrien, zwischen den Euphratzuflüssen Balikh und Chabur.
  • Forschungsgeschichte: Ab 1958 Ausgrabungen durch A. Moortgat; ab 1977 durch U. Moortgat-Correns; ab 1986 durch W. Orthmann; seit 1998 durch J.-W. Meyer (Universität Frankfurt).
  • Aktuelle Forschungsziele: Aspekte der Urbanisierung in der Frühen Bronzezeit, Entwicklung regionaler Siedlungsstrukturen in der Frühbronzezeit, Nutzung der antiken Landschaft und ihre Veränderung durch den Menschen.
  • Förderung: DFG-Langfristprojekt (bis 2010), DFG/ANR-Projekt, Oppenheim-Stiftung, DFG-Graduiertenkolleg „Archäologische Analytik“ (GRK 323) und „Wert und Äquivalent“ (GRK 1576), Kharab-Sayyar-Projekt (DFG), Südostanatolien- Projekt (DFG, Ch. Falb).

Naturraum

Tell Chuera liegt im Einzugsbereich zweier geoklimatisch unterschiedlicher Regionen: Gebiete, in denen Regenfeldbau möglich ist, grenzen hier an Steppenlandschaften, die durch eine transhumante Viehweidewirtschaft geprägt sind. Die in der Umgebung des Ortes nachgewiesenen Hohlwege dürften u. a. für den Viehtrieb von der Stadt zu ihren Weidegründen gedient haben

Siedlungsgeographische Charakteristika und überregionale Organisation

Die Erforschung des regionalen siedlungsgeographischen Kontexts einer Siedlung ist für die Einschätzung ihrer Funktion von großer Bedeutung. Sie wurde durch archäologische Prospektionen im Umland des Zentralortes vorangetrieben mit dem Ziel, eine regionale Besiedlungsgeschichte zu etablieren. Die materielle Kultur, vor allem die Keramik, weist Bezüge zu Südostanatolien auf, und auch die ‚runde’ Siedlungsform ist in der Region des Taurus zu beobachten. Verbindungen bestehen zum Osttigris-Gebiet und nach Südmesopotamien. Die Region um Tell Chuera zeichnet sich durch Rohstoffarmut aus, viele Rohstoffe – z. B. Metalle, Flint, Obsidian – mussten importiert werden.

Politische und sozioökonomische Organisation

Tell Chuera (ca. 80 ha) ist das Zentrum eines hierarchisch gegliederten, mindestens vierschichtigen Siedlungssystems mit einer Vielzahl von öffentlichen Bauten. Kennzeichnend ist die Einteilung in Ober- und Unterstadt (‚Kranzhügel’), die nur bei einem kleinen Teil der Siedlungen in diesem Gebiet auftritt – gemeinsam ist allen die runde Siedlungsform – und die als Hinweis auf besondere ökonomische Aktivitäten zu verstehen ist. Mit Gründung der Siedlung wurde eine die gesamte Oberstadt durchquerende Hauptstraße angelegt. Hier befanden sich die wichtigsten Bauten: ein Palast und eine Tempelanlage unmittelbar an einem freien Platz sowie ein weiterer ausgedehnter Tempelbezirk am südöstlichen Rand der Oberstadt. Die Wohnbebauung erstreckte sich zu beiden Seiten der zentralen Achse.

Zusatzinformationen

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