El Mugaiyir / Hirbet ez-Zeraqon (Jordanien)

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Ausgrabungen bei el-Mugaiyir (Jordanien) – Hirbet ez-Zeraqon. Eine Stadt der frühen Bronzezeit II/III in Nordjordanien

Steckbrief

  • Regionales Zentrum
  • Lage: Nordjordanien.
  • Forschungsgeschichte: 1984 bis 1994 Ausgrabungen durch S. Mittmann (Universität Tübingen) und M. Ibrahim (Universität Irbid).
  • Aktuelle Forschungsziele: Erforschung der Entstehung der ersten Stadtkultur im antiken Palästina.
  • Förderung: DFG-Langfristprojekt; daneben Einzelförderungen durch die Yarmouk Universität, Irbid (Jordanien) und durch den Deutschen Verein zur Erforschung Palästinas.

Lebensraum

Hirbet ez-Zeraqon liegt etwa 10 km nordwestlich von Irbid am Rande eines schluchtartigen Tals. Die Gegend bildet das Zentrum einer fruchtbaren Ebene im nordwestjordanischen Hochland. Im Gegensatz zu den weiter östlich gelegenen Steppengebieten ermöglichen die hier vorkommenden Niederschläge einen ertragreichen Regenfeldbau. Zahlreiche Quellen, die an den Hängen der Schluchttäler entspringen, sicherten die Wasserversorgung der antiken Siedlungen in der Region. Aufgrund der günstigen Bedingungen wurde hier im Altertum stets extensiv Ackerbau und Viehzucht betrieben.

Siedlungsgeographische Charakteristika und überregionale Beziehungen

Bereits während der Frühbronzezeit II–III (ca. 3000–2300 v. Chr.) entstand in Hirbet ez-Zeraqon ein städtisches Zentrum. Die Stadt verfügte über ein Hinterland mit mehreren kleinen Ansiedlungen. Trotz der relativ geringen Größe der zentralen Siedlungen (ca. 5–10 ha) ist die Epoche im Lichte der Ausgrabungen von Hirbet ez-Zeraqon durch eine städtische Kultur gekennzeichnet, die sich von der vorausgehenden proto-urbanen Phase der Frühbronzezeit I unterscheidet.

Politische und sozioökonomische Organisation

Das Stadtgebiet von Hirbet ez-Zeraqon erstreckte sich über eine Fläche von ca. 380 m x 180 m und war von einer Stadtmauer umgeben. Es umfasste, soweit ausgegraben, Wohnhäuser in einem tiefer gelegenen südlichen Viertel (‚Unterstadt’) sowie öffentliche Gebäude im höchsten Bereich der Siedlung (‚Oberstadt’). Zu letzteren zählten der zentrale Tempelbezirk und ein nur teilweise freigelegter Palast. Die Stadt war Zentrum eines dörflich besiedelten Territoriums und einer arbeitsteiligen, hierarchisierten Gesellschaft, deren lokale Eliten ein redistributives Wirtschaftssystem praktizierten, welches auf der Grundlage der bäuerlichen Selbstversorgung der Familien beruhte (Ackerbau – mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem Anbau von Oliven- sowie Viehzucht).

Zusatzinformationen

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