Tayma / Tema (Saudi-Arabien)

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1. Archäologie der Oasenstadt Tayma: Kontinuität und Wandel der Lebensformen im ariden Nordwesten der Arabischen Halbinsel vom Neolithikum bis zur Islamisierung.

2. Wasserwirtschaftliche Anlagen in der historischen Oasenstadt Tayma (Saudi-Arabien)

Steckbrief

  • Tayma (Saudi Arabien), als ‚Tema‘ in der Bibel bezeugt, tym’ (aramäisch)
  • Oasensiedlung
  • Lage: Nordwesten der Arabischen Halbinsel.
  • Forschungsgeschichte: Forschungsreisen: 1877 C. Doughty, 1883 Ch. Huber und J. Euting,1951 H. St J. Philby und P. J. Parr (University College, London, 1968). – Ausgrabungen: 1979 G. Bawden, Ch. Eden und R. Miller (Saudische Antikenverwaltung) und 1980er-Jahre H. I. Abu Duruk u. a. (Saudische Antikenverwaltung). Seit 2004 deutsch-saudisches Forschungsprojekt: R. Eichmann, A. Hausleiter (DAI) und der Saudi Commission for Tourism and Antiquities, Riad.
  • Aktuelle Forschungsziele: Archäologische, ökologische und kulturgeschichtliche Rekonstruktion der antiken Lebensverhältnisse einer Oasensiedlung unter besonderer Berücksichtigung der kulturellen, politischen und ökonomischen Außenbeziehungen.
  • Förderung: DFG-Langfristprojekt, Fritz Thyssen Stiftung.

Naturraum

Oasensiedlung in einer hyperariden Region westlich der Nafud-Wüste. Hydrologische und geoarchäologische Untersuchungen dokumentieren die Existenz eines 19 km2 großen Sees im Norden der Oase im 9.-8. Jt. v. Chr. Ab dem 6. Jt. v. Chr. Sank der Wasserspiegel bis zur völligen Austrocknung im 5./4. Jt. Auf die Anwesenheit des Menschen ab dem 4. Jt. v. Chr. verweisen Pfeilspitzen- und Sichelklingenfunde aus Feuerstein. In dieser Zeit begann der Kulturpflanzenanbau, was durch Pollenanalysen bestätigt wurde. Der hohe Grundwasserstand und die Brunnenbewässerung ermöglichten eine kontinuierliche Besiedlung des Ortes.

Siedlungsgeographische Charakteristika und überregionale Beziehungen

Das Wasservorkommen und die geographische Lage begünstigten, dass Tayma zu einem bedeutenden Siedlungszentrum Nordwestarabiens und Bezugspunkt für die nomadischen Gruppen der Region wurde. Während auf wirtschaftlicher Seite der Fernhandel mit Aromata ab dem frühen 1. Jt. v. Chr. florierte, sind Hinweise auf überregionale Kulturkontakte der Oase durch Ausgrabungen schon für das 2. Jt. v. Chr. belegt. Sie setzen sich in der islamischen Zeit fort.

Politische und sozioökonomische Organisation

Ab der Mitte des 2. Jts. v. Chr. verfügte Tayma über eine etwa 10 km lange Umfassungsmauer, die außer der Siedlung eine Palmoase und andere durch Bewässerungswirtschaft kultivierte Anbaugebiete umschloss. Die Errichtung dieses Bauwerks lässt auf eine organisierte Administration schließen. Die sesshafte Oasenbevölkerung stand mit den Kamelpastoralisten der Umgebung in wirtschaftlichem Kontakt. Sie tauschten ihre agrarischen und handwerklichen Erzeugnisse gegen tierische Produkte, wobei Dromedare vor allem als Last- und Arbeitstiere benötigt wurden. Textquellen des 1. Jts. v. Chr. nennen einen König von Tayma sowie einen Gouverneur während der politischen Kontrolle der Oase durch das benachbarte Dedan.

Zusatzinformationen

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