Überschrift: Darf ich bitten… RoboBee?

Honigbienen teilen ihren Genossinnen per Schwänzeltanz mit, wo sich neue Futterquellen befinden. Diese Art der Kommunikation ist schon lange bekannt. Experten rätseln aber noch immer, wie die Insekten die getanzten Nachrichten verarbeiten. Biologen und Informatiker der Freien Universität Berlin haben einen Bienenroboter entwickelt, der ihnen bei der Entschlüsselung der komplexen Bienensprache hilft.

Die Projektidee

Biene mit Radartransponder
Biene mit Radartransponder
© FU Berlin, Andreas Kirbach

Tanzende Bienen senden eine Fülle von Reizen aus: Geräusche, Düfte, Körperwärme und sogar elektrische Felder haben bisherige Untersuchungen zur Bienenkommunikation entdeckt. Wie die Bienen diese Stimuli auswerten, wollten der Neurobiologe Randolf Menzel und der Robotik-Spezialist Raúl Rojas wissen. Gemeinsam haben sie einen winzigen Bienenroboter entwickelt, der in der Wabe mit den anderen Bienen »tanzt«. Auf diesem Weg können die Forscher gezielt einzelne Reize und Reizkombinationen testen und ihre Bedeutung ermitteln.

Die Forschungsarbeit

Bienenbeobachtung im beleuchteten Bienenstock
Bienenbeobachtung im beleuchteten Bienenstock
© FU Berlin, Tim Landgraf

Die Forscher untersuchten zunächst Filme von Bienentänzen auf wiederkehrende Muster. Mit ihren Erkenntnissen entwickelten sie eine Software, die neue Tänze für ihre künstlichen Insekten generieren kann. Die »RoboBees« können mit den Flügeln schlagen und Tänze aufführen, Düfte verströmen und andere Bienen füttern. Jede Fertigkeit muss sich im Bienenstock bewähren. Wie gut reagieren die echten Bienen auf die Signale? Anhand seiner Beobachtungen verbesserte das Team die Roboter immer weiter und lernte nach und nach, mit den Bienen zu kommunizieren.

Erkenntnisse und Perspektiven

Der Bienenroboter wird per Hand gesteuert
Der Bienenroboter wird per Hand gesteuert
© Stephan Pramme

Die »RoboBee« war im Bienenstock bereits erfolgreich: Bienen folgen ihren Signalen und fliegen an den beschriebenen Ort. Die Forscher fanden auch heraus, dass die Bienen stark auf Bewegungen des Körpers und der Flügel reagieren, Signale wie Körpertemperatur oder Düfte dagegen weniger beachten. Neben neuen Informationen zur Sprache der Bienen gewinnen die Wissenschaftler vor allem grundlegende Erkenntnisse zur Hirnforschung. So kommen sie zum Beispiel dem Rätsel auf die Spur, wie ein winziges Bienenhirn seine weitläufige Umwelt abbildet und verarbeitet.


Projektinformationen

Projekttitel: RoboBee: Ein biomimetischer Bienenroboter zur Erforschung des Bienentanzes
Projektleitung: Prof. Dr. Raúl Rojas, Prof. Dr. Dr. h.c. Randolf Menzel
Förderzeitraum: 2008 - 2011
Kontakt: Freie Universität Berlin, www.robobee.eu

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Weitere Informationen zum Projekt "Robobee – Ein biomimetischer Bienenroboter zur Erforschung des Bienentanzes"  finden Sie im DFG-Informationssystem GEPRIS [ mehr ]

Zusatzinformationen

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