Überschrift: Rechnen gegen die Ölpest?

Ölunfälle im Meer beinhalten hohe Risiken für Umwelt und Wirtschaft. Die Bergung des Öls ist jedoch technisch sehr schwierig. An der TU Berlin steht nun ein spezielles Schiff zur Verfügung, das selbst in rauer See eingesetzt werden kann. Wissenschaftler haben eine spezielle Software entwickelt, die solche Bergungssysteme deutlich verbessert.

Die Projektidee

Modellversuch im Seegangsbecken
Modellversuch im Seegangsbecken
© Ulrich Dahl, TU Berlin

 

Der »Seegangsunabhängige Ölskimmer« (SOS) der TU Berlin soll ausgelaufenes Öl selbst in drei Meter hohen Wellen aus dem Wasser aufnehmen. Um dieses System zu optimieren, wären aufwändige Tests in speziellen Becken nötig. Das Team um Professor Clauss hat daher ein computergestütztes Simulationsverfahren als kostengünstige und umweltschonende Alternative entwickelt. Damit lassen sich am Rechner verschiedene Schiffsvarianten, Ölsorten, Seegänge oder Fahrgeschwindigkeiten testen. So können die Wissenschaftler Einsätze zur Ölbekämpfung realitätsnah nachbilden und ein möglichst effizientes System entwickeln.

Die Forschungsarbeit

Simulation der Schiffsbewegungen bei Seegang
Simulation der Schiffsbewegungen bei Seegang
© TU Berlin

Die Wissenschaftler können mit der Simulation drei physikalische Vorgänge nachbilden: eine Strömung aus Öl, Wasser und Luft, Seegänge jeder Art sowie die Bewegungen eines fahrenden Schiffes in den Wellen. Doch entspricht diese simulierte Physik der Realität? Das überprüfen die Forscher mit Hilfe von Daten, die sie in Modellversuchen in einem so genannten Seegangsbecken gewonnen haben. So stellen sie sicher, dass ihre Aussagen darüber, wie effizient verschiedene Schiffsvarianten Öl und Wasser trennen, richtig sind.

Erkenntnisse und Perspektiven

Ölskimmer in der Rechnersimulation
Ölskimmer in der Rechnersimulation
© TU Berlin

Mit ihrem Verfahren können die Wissenschaftler beliebige Systeme zur Bekämpfung von Ölunfällen analysieren. Einflüsse wie Seegang, Ölsorten oder Strömungsphänomene  lassen sich mit ihrer Simulation vom Modellmaßstab auf die tatsächliche Größe eines Schiffes hochrechnen. Mit Abschluss des Projektes liegt nun ein Konzept für einen Ölskimmer vor, der in ruhigem Wasser und in rauer See effizient und flexibel einsetzbar ist. Die Patente für die SOS-Technologie wurden verkauft. Der Lizenznehmer hat ein erstes Schiff gebaut, das seit März 2011 Testfahrten auf der Elbe absolviert.


Projektinformationen

Projekttitel: Analyse der Ölseparation bei Ölskimmersystemen im Seegang I + II
Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. Günther Clauss
Förderzeitraum: 2004 - 2010
Kontakt: Technische Universität Berlin, www.marsys.tu-berlin.de 

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Weitere Informationen zum Projekt "Analyse der Ölseparation bei Ölskimmersystemen im Seegang"  finden Sie im DFG-Informationssystem GEPRIS [ mehr ]

Zusatzinformationen

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