Überschrift: Störung erwünscht?

Mangrovenwälder gelten als Kinderstube der Meere und wichtige Speicher für das Klimagas CO2. Doch sie sind von natürlichen und menschengemachten Eingriffen stark bedroht. Ein Dresdener Forschungsprojekt untersucht mit Hilfe eines Computermodells, wie sich die Wälder von Schäden und Störungen erholen.

Die Projektidee

Satellitenbilder eines Mangrovenwaldes
Satellitenbilder eines Mangrovenwaldes
© CNES Distribution Spot Image S.A., France 2008

 

Mangrovenwälder wachsen in tropischen Küstengebieten. Sie dienen Meeresfischen als Laichplatz, beherbergen zahllose Tier- und Pflanzenarten und bieten Menschen und Tieren Nahrung. Als Hochwasserschutz und riesige Speicher für Kohlendioxid sind sie von unschätzbarem Wert. Durch Shrimpsfarmen, Rodungen, Naturkatastrophen und andere Einflüsse wurden in den letzten 30 Jahren 35 Prozent der weltweiten Mangrovenbestände zerstört. Uta Berger und ihr Team untersuchen mit Feldstudien und Simulationen, wie die Wälder auf Umwelteinflüsse reagieren. Sie wollen Grundlagen für wirkungsvolle Schutzmaßnahmen entwickeln.

Die Forschungsarbeit

Vermessung des Baumbestandes
Vermessung des Baumbestandes
© Juliane Vogt

Das Team will herausfinden, wie gut sich die Wälder von Störungen erholen. In den USA untersuchten sie künstlich geflutete Mangrovenwälder; in Vietnam waren es im Krieg geschädigte Gebiete, die wieder aufgeforstet wurden und heute unter Naturschutz stehen. Mit einer selbst entwickelten Software simulieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Auswirkungen von Blitzschlägen, Sturmschäden und künstlichen Überflutungen auf die Wälder. Damit können sie auch bewerten, welche Maßnahmen die Regeneration der Wälder fördern.

Erkenntnisse und Perspektiven

Sturmschäden im Mangrovenwald
Sturmschäden im Mangrovenwald
© Uta Berger

Ergebnisse des Projekts zeigen: Was dem einen Wald schadet, kann dem anderen Wald helfen. Zum Beispiel sorgten Blitzschläge in den monoton aufgeforsteten vietnamesischen Wäldern für ein »heilsames Chaos« und schufen Freiräume für neue Pflanzen. So bedarf jedes Ökosystem einer individuellen Analyse. Die Mangrovenwald- Simulation hat sich als großer Erfolg erwiesen und wird von vielen Forschern weltweit genutzt. Die Ergebnisse können Anwendung im Küsten- und Umweltschutz finden.


Projektinformationen

Projekttitel: Modelling gap dynamics, succession, and disturbance regimes of mangrove forests (MANDY)
Projektleitung: Prof. Dr. rer. nat. Uta Berger, Technische Universität Dresden
Förderzeitraum: 2007 - 2010
Kontakt: Technische Universität Dresden, www.forst.tu-dresden.de/SystemsAnalysis

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Weitere Informationen zum Projekt "Modelling gap dynamics, succession, and disturbance regimes of mangrove forests (MANDY)"  finden Sie im DFG-Informationssystem GEPRIS [ mehr ]

Zusatzinformationen

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