Überschrift: Quo vadis, Demokratie?

Treue Stammwähler in einer Drei-Parteien-Landschaft – das war gestern. Heute treffen Wählerinnen und Wähler ihre Entscheidungen kurzfristig und unter schwankenden Einflüssen. Wohin bewegt sich die Demokratie? Führende Wahlforscher untersuchen die Entwicklung mit langem Atem.

Die Projektidee

Medienanalyse eines TV-Duells
Medienanalyse eines TV-Duells  
© Projekt "Dynamik des Wählens"

 

»Piraten« in den Parlamenten, brüchige Koalitionen, eine Wählergunst, die ständig schwankt: Die politische Landschaft Deutschlands wandelt sich rasant. Doch was bedeutet dieser Wandel auf lange Sicht für die repräsentative Demokratie? Verlässliche Aussagen dazu sind bis heute kaum möglich. Bislang gab es in Deutschland meist nur Studien, die sich auf einzelne Wahlen oder Fragestellungen beschränkten. Die Wahlforscher bündeln deshalb ihre Expertise und begleiten systematisch die Bundestagswahlen 2009, 2013 und 2017. In Berlin, Frankfurt und Mannheim führen sie eng vernetzte Untersuchungen durch.

Die Forschungsarbeit

Repräsentative Umfragen als Forschungsmethode
Repräsentative Umfragen als Forschungsmethode
© Projekt "Dynamik des Wählens"

 

Acht Jahre lang werden die Wissenschaftler Medien analysieren, psychologische Experimente durchführen und Politiker und Wähler befragen: Wie beeinflussen soziale Herkunft, politisches Interesse oder Medienkonsum die Entscheidungen von Wählern? Welche Rolle spielt die Sympathie für Kandidaten oder Parteien dabei? Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen nicht nur im Umfeld von Bundestagswahlen, sondern auch in den Zeiten dazwischen. Wie unterschiedlich berichten die Medien im Wahlkampf und in wahlfreien Zeiten? Wie verhalten sich die Wähler bei Landtags- und Europawahlen? Nur mit langem Atem, so die Idee, lässt sich das Ausmaß des politischen Wandels erfassen.

Erkenntnisse und Perspektiven

Zuschauerbefragung zum TV-Duell
Zuschauerbefragung zum TV-Duell
© Goethe-Universität, Frankfurt am Main

Erste Erkenntnisse zeigen: Der Wandel ist tiefgreifend und anhaltend. Die großen Parteien verlieren ihre solide Basis, Wechselwähler werden immer zahlreicher, der Einfluss kurzfristiger Ereignisse steigt. Aber: Die wahre Bedrohung der Demokratie sind nicht die ungebundenen, wechselnden Wähler, sondern eher die, die gar nicht mehr zur Wahl gehen. Im Mittelpunkt der Studie steht die Grundlagenforschung. Die zentralen Ergebnisse werden in einem Buch veröffentlicht. So stehen die Daten für die Politik- und Parteiberatung, aber auch für interessierte Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung.


Projektinformationen

Projekttitel: Die Dynamik des Wählens: Eine Langfriststudie zu Wandel und Stabilität des elektoralen Prozesses in Deutschland
Projektleitung: Prof. Dr. Hans Rattinger, Prof. Dr. Rüdiger Schmitt-Beck, Prof. Dr. Sigrid Roßteutscher, PD Dr. Bernhard Weßels
Förderzeitraum: Seit 2009
Kontakt: Goethe-Universität Frankfurt am Main, www.gles.eu

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Weitere Informationen zum Projekt "Die Dynamik des Wählens: Eine Langfriststudie zu Wandel und Stabilität des elektoralen Prozesses in Deutschland"  finden Sie im DFG-Informationssystem GEPRIS [ mehr ]

Zusatzinformationen

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