Brisante Begegnungen – Nomaden in einer sesshaften Welt

Sonderforschungsbereich „Differenz und Integration“ präsentiert Abschlussausstellung

Zelt in einem frühsommerlichen Lager von Raupenpilz-Sammlern auf einer Sommerweide, Weidegebiet im Kreis Lhari, Bezirk Nagqu, Autonomes Gebiet Tibet, VR China
Zelt in einem frühsommerlichen Lager von Raupenpilz-Sammlern auf einer Sommerweide, Weidegebiet im Kreis Lhari, Bezirk Nagqu, Autonomes Gebiet Tibet, VR China
© Foto: Andreas Gruschke

Mobilität ist eine wesentliche Grundlage nomadischer Tierhaltung. In den letzten zwei Jahrzehnten haben sich die Mobilitätsformen verändert. Die zunehmende Motorisierung drückt sich vor allem in den omnipräsenten Motorrädern aus. Sie haben inzwischen Pferde als Reittiere weitgehend ersetzt. Weidegebiet im Kreis Lhari, Bezirk Nagqu, Autonomes Gebiet Tibet, VR China
Mobilität ist eine wesentliche Grundlage nomadischer Tierhaltung. In den letzten zwei Jahrzehnten haben sich die Mobilitätsformen verändert. Die zunehmende Motorisierung drückt sich vor allem in den omnipräsenten Motorrädern aus. Sie haben inzwischen Pferde als Reittiere weitgehend ersetzt. Weidegebiet im Kreis Lhari, Bezirk Nagqu, Autonomes Gebiet Tibet, VR China
© Foto: Andreas Gruschke


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Kamelsattel der Aïr-Tuareg 2. Hälfte 20. Jh. Agadez, Niger Leihgabe von Frank Donath, Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle (Saale)
Kamelsattel der Aïr-Tuareg 2. Hälfte 20. Jh. Agadez, Niger Leihgabe von Frank Donath, Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle (Saale)
© Foto: Paul Schimweg, Museum für Völkerkunde Hamburg


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Bronze in Form eines liegenden Hirschs, Tagar-Kultur (6.-3. Jh. v. Chr.) „gef. im Sandhügel vom Nomadenlager Norilkowa“, Minusinsker Becken, Sibirien, Russland Museum für Völkerkunde Hamburg
Bronze in Form eines liegenden Hirschs, Tagar-Kultur (6.-3. Jh. v. Chr.) „gef. im Sandhügel vom Nomadenlager Norilkowa“, Minusinsker Becken, Sibirien, Russland Museum für Völkerkunde Hamburg
© Foto: Paul Schimweg, Museum für Völkerkunde Hamburg


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Dachkranz und Dachstäbe einer kasachischen Jurte in der Westmongolei
Dachkranz und Dachstäbe einer kasachischen Jurte in der Westmongolei
© Foto: Uta Schilling


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„Hornmütze“ einer verheirateten Frau 19. Jh. Inarisámen - Paatsjoki, Inari, Finnland Museum für Völkerkunde Hamburg: Lappland-Expedition Julius Konietzko 1912
„Hornmütze“ einer verheirateten Frau 19. Jh. Inarisámen - Paatsjoki, Inari, Finnland Museum für Völkerkunde Hamburg: Lappland-Expedition Julius Konietzko 1912
© Foto: Paul Schimweg, Museum für Völkerkunde Hamburg


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Gezüchtet in der syrischen Steppe, geschoren in Aleppo – für die Opferschlachtung in Mekka. Syrische Fettschwanzschafe sind auf der arabischen Halbinsel besonders beliebt. Schafe sind nach Erdöl das wichtigste Exportgut Syriens. Syrien, 2006
Gezüchtet in der syrischen Steppe, geschoren in Aleppo – für die Opferschlachtung in Mekka. Syrische Fettschwanzschafe sind auf der arabischen Halbinsel besonders beliebt. Schafe sind nach Erdöl das wichtigste Exportgut Syriens. Syrien, 2006
© Foto: Andreea Bretan


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Zelt in einem frühsommerlichen Lager von Raupenpilz-Sammlern auf einer Sommerweide, Weidegebiet im Kreis Lhari, Bezirk Nagqu, Autonomes Gebiet Tibet, VR China
Zelt in einem frühsommerlichen Lager von Raupenpilz-Sammlern auf einer Sommerweide, Weidegebiet im Kreis Lhari, Bezirk Nagqu, Autonomes Gebiet Tibet, VR China
© Foto: Andreas Gruschke


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Der Sonderforschungsbereich „Differenz und Integration“ (SFB 586) bietet mit einer eigenen Ausstellung Einblicke in zehn Jahre Forschungsarbeit. Unter dem Titel „Brisante Begegnungen – Nomaden in einer sesshaften Welt“ sind vom 17. November 2011 bis zum 20. Mai 2012 im Völkerkundemuseum in Hamburg die wesentlichen Erkenntnisse der interdisziplinären Forschung von unter anderem Archäologen, Ethnologen und Historikern anschaulich ausgestellt.

Das  Nomadentum existiert von Persien über die Mongolei bis Lappland seit über 5000 Jahren in zumeist unveränderter Form: Mobilität ist das Grundprinzip nomadischer Lebensweise, Weidewirtschaft, Viehzucht oder vorübergehende Lohnarbeit bilden die Versorgungsbasis. Im Kontakt mit sesshaften Bevölkerungen tauschen Nomaden neben Produkten auch Einsichten zu den verschiedenen Lebensweisen und -kulturen aus.

Pferdeprunkgeschirr, mit Türkisen besetzt, Bochara-Technik 19. Jh. vermutl. Turkmenen - Iran Museum für Völkerkunde Hamburg: Schenkung Paul Rickmers
Pferdeprunkgeschirr, mit Türkisen besetzt, Bochara-Technik 19. Jh. vermutl. Turkmenen - Iran Museum für Völkerkunde Hamburg: Schenkung Paul Rickmers
© Foto: Paul Schimweg, Museum für Völkerkunde Hamburg

Mobilität ist eine wesentliche Grundlage nomadischer Tierhaltung. In den letzten zwei Jahrzehnten haben sich die Mobilitätsformen verändert. Die zunehmende Motorisierung drückt sich vor allem in den omnipräsenten Motorrädern aus. Sie haben inzwischen Pferde als Reittiere weitgehend ersetzt. Weidegebiet im Kreis Lhari, Bezirk Nagqu, Autonomes Gebiet Tibet, VR China
Mobilität ist eine wesentliche Grundlage nomadischer Tierhaltung. In den letzten zwei Jahrzehnten haben sich die Mobilitätsformen verändert. Die zunehmende Motorisierung drückt sich vor allem in den omnipräsenten Motorrädern aus. Sie haben inzwischen Pferde als Reittiere weitgehend ersetzt. Weidegebiet im Kreis Lhari, Bezirk Nagqu, Autonomes Gebiet Tibet, VR China
© Foto: Andreas Gruschke


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Kamelsattel der Aïr-Tuareg 2. Hälfte 20. Jh. Agadez, Niger Leihgabe von Frank Donath, Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle (Saale)
Kamelsattel der Aïr-Tuareg 2. Hälfte 20. Jh. Agadez, Niger Leihgabe von Frank Donath, Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle (Saale)
© Foto: Paul Schimweg, Museum für Völkerkunde Hamburg


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Bronze in Form eines liegenden Hirschs, Tagar-Kultur (6.-3. Jh. v. Chr.) „gef. im Sandhügel vom Nomadenlager Norilkowa“, Minusinsker Becken, Sibirien, Russland Museum für Völkerkunde Hamburg
Bronze in Form eines liegenden Hirschs, Tagar-Kultur (6.-3. Jh. v. Chr.) „gef. im Sandhügel vom Nomadenlager Norilkowa“, Minusinsker Becken, Sibirien, Russland Museum für Völkerkunde Hamburg
© Foto: Paul Schimweg, Museum für Völkerkunde Hamburg


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Dachkranz und Dachstäbe einer kasachischen Jurte in der Westmongolei
Dachkranz und Dachstäbe einer kasachischen Jurte in der Westmongolei
© Foto: Uta Schilling


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„Hornmütze“ einer verheirateten Frau 19. Jh. Inarisámen - Paatsjoki, Inari, Finnland Museum für Völkerkunde Hamburg: Lappland-Expedition Julius Konietzko 1912
„Hornmütze“ einer verheirateten Frau 19. Jh. Inarisámen - Paatsjoki, Inari, Finnland Museum für Völkerkunde Hamburg: Lappland-Expedition Julius Konietzko 1912
© Foto: Paul Schimweg, Museum für Völkerkunde Hamburg


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Gezüchtet in der syrischen Steppe, geschoren in Aleppo – für die Opferschlachtung in Mekka. Syrische Fettschwanzschafe sind auf der arabischen Halbinsel besonders beliebt. Schafe sind nach Erdöl das wichtigste Exportgut Syriens. Syrien, 2006
Gezüchtet in der syrischen Steppe, geschoren in Aleppo – für die Opferschlachtung in Mekka. Syrische Fettschwanzschafe sind auf der arabischen Halbinsel besonders beliebt. Schafe sind nach Erdöl das wichtigste Exportgut Syriens. Syrien, 2006
© Foto: Andreea Bretan


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Zelt in einem frühsommerlichen Lager von Raupenpilz-Sammlern auf einer Sommerweide, Weidegebiet im Kreis Lhari, Bezirk Nagqu, Autonomes Gebiet Tibet, VR China
Zelt in einem frühsommerlichen Lager von Raupenpilz-Sammlern auf einer Sommerweide, Weidegebiet im Kreis Lhari, Bezirk Nagqu, Autonomes Gebiet Tibet, VR China
© Foto: Andreas Gruschke


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Diese „brisanten“ Begegnungen stehen daher auch im Mittelpunkt der Ausstellung. Vier thematische Blöcke informieren zu Konflikten aber auch Transferleistungen zwischen Sesshaften und Nomaden, zwischen Kulturen, Wirtschaftsweisen und politischen Strukturen. 

Die nomadische Mobilität spiegelt sich auch in der Ausstellungsform: So verteilen sich die Exponate nicht allein auf den für Sonderausstellungen vorgesehenen Bereich, sondern durchziehen auch die weiteren Ausstellungsräume des Völkerkundemuseums – hier verstanden als „Oasen“, an denen die Besucher weitere Einblicke in die Lebenswirklichkeit nomadischer Völker gewinnen können.

Die Ausstellung schöpft aus Beständen zahlreicher deutscher Museen und Sammlungen, etwa dem Naturkundemuseum Münster, das Präparate typischer nomadischer Weidetiere von Rentier bis Yak zur Verfügung stellt. Das Völkerkundemuseum Hamburg stellt vielfältige Objekte seines ethnographischen Fundus aus. Zudem veranschaulichen eigens angefertigte Exponate die nomadischen Fertigkeiten: Besucher können sich beim Gesellschaftsspiel „Weidemanagement“ an den komplexen Anforderungen des auf Viehzucht begründeten Arbeitsalltags versuchen oder an einem schmiedeeisernen Dach die Handwerkskunst rumänischer Nomadengruppen bewundern.

Parallel zu der Ausstellung eröffnet ein breites Begleitprogramm aus Filmvorführungen, Lesungen und Führungen durch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des SFB alternative Perspektiven auf nomadische Lebensweisen.

Zusatzinformationen

Rahmenprogramm

  • 5. Februar 2012 - Eröffnung der Kunstausstellung „Wahlverwandtschaften. Imaginationen des Nomadischen in der Gegenwartskunst“ im Völkerkundmuseum. Dazu gibt es am 3. und 4. Februar das Symposium „Imaginationen des Nomadischen in (Ost-)Europa. Wissenschaftler und Künstler im Dialog“.

  • 29. April 2012 - Das „Frühlingsfest der Steppe“ lädt zu einer Reise nach Zentralasien ein. Zum Frühlingsfest tragen der SFB 586 „Differenz und Integration“ der Universitäten Leipzig und Halle-Wittenberg und die Deutsch-Kasachische Gesellschaft e.V. in Berlin bei.

  • 13. bis 15. April 2012 - Die Sámi-Tage geben ein Wochenende lang Einblicke in die Kultur der Sámi, gestaltet von Künstlern aus den drei großen skandinavischen Ländern und Vortragenden des Sonderforschungsbereiches 586 „Differenz und Integration“. Gefördert durch die DFG, die Schwedische und die Norwegische Botschaft in Berlin.

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