Armut - Perspektiven in Kunst und Gesellschaft

Sonderforschungsbereich 600 lieferte Idee und Konzeption zu der Ausstellung

Pieter Brueghel d.J.: Die Sieben Werke der Barmherzigkeit, zwischen 1616 und 1638
Pieter Brueghel d.J.: Die Sieben Werke der Barmherzigkeit, zwischen 1616 und 1638
© Museum der Brotkultur, Ulm

Die Ausstellung „Armut – Perspektiven in Kunst und Gesellschaft" basiert in Idee und Konzept auf den Arbeiten des Sonderforschungsbereichs „Fremdheit und Armut“ (SFB 600) an der Universität Trier. Der DFG-geförderte Verbund präsentiert mit der gemeinsamen Sonderausstellung des Stadtmuseums Simeonstift und des Rheinischen Landesmuseums Trier wesentliche Ergebnisse seiner Forschungen einer breiteren Öffentlichkeit. Vom 10. April bis zum 31. Juli 2011 geben rund 250 Exponate aus über 40 europäischen Museen einen Überblick über 2500 Jahre Geschichte Europas.Anschließend wird die Ausstellung vom 11. September bis 6. November 2011 in reduzierter Form im Museum der Brotkultur in Ulm zu sehen sein.

Thema der Ausstellung ist die Armutsgeschichte in Europa. Sie zeigt den langen Weg von der Verachtung der Armen bis zur Anerkennung ihrer Würde und ihres Rechts auf Teilhabe am gesellschaftlichen Zusammenleben. Zu sehen ist aber auch die Fortdauer der Auseinandersetzungen um Zugehörigkeit und Ausschluss.

Karin Powser, Wohnkomfort im neuen Stil, 1993
Karin Powser, Wohnkomfort im neuen Stil, 1993
© Karin Powser/ Repro: Foto Trauth

Armut ist eines der brisantesten Themen unserer Zeit. Der Umgang mit Armen betrifft elementare Fragen von Gerechtigkeit und Solidarität und gibt damit Auskunft über das Selbstverständnis europäischer Gesellschaften. Anhand ausgewählter Werke der Bildenden Kunst zeigt die Ausstellung Perspektiven auf Armut und Arme. Die Exponate verweisen exemplarisch auf gesellschaftliche Debatten über Arme und unterschiedliche, häufig kontroverse Sichtweisen auf Armut von der Antike bis zur Gegenwart.

Die Ausstellung verteilt sich auf die zwei beteiligten Museen, wobei diese Trennung einer tiefgreifenden historischen Zäsur entspricht. In der griechischen und römischen Antike, der sich die Teilausstellung im Rheinischen Landesmuseum Trier widmet, galt Armut als selbst verschuldet und war weitgehend negativ besetzt. Rund 100 Exponate veranschaulichen diese Sicht. Die Hauptausstellung im Stadtmuseum Simeonstift Trier zeigt die Zeit vom Mittelalter bis zur Gegenwart – in einer Gliederung, die nicht der Chronologie folgt, sondern den fünf Hauptperspektiven, die über Zugehörigkeit und Ausschluss von Armen entscheiden: Dokument, Appell, Ideal, Stigma und Reform.

Zusatzinformationen

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