Strategische Erschließung neuer Forschungsfelder

Wie der Pakt für Forschung und Innovation die deutsche Wissenschaft stärkt / Veranstaltung am 5. November 2014 zeigt gelungene Forschung und neue Herausforderungen

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DFG-Präsident Strohschneider begrüßte die Gäste
DFG-Präsident Strohschneider begrüßte die Gäste: „Der Pakt für Forschung und Innovation zeigt das partei- und organisationsübergreifende Verständnis, dass Wissenschaft die Grundlage von Wohlstand ist. Wir als geförderte Organisationen bedanken uns für das Vertrauen der Politik und wollen an diesem Abend zeigen, wie der Pakt dazu beiträgt, dass wissenschaftlich Neues entsteht.“DFG-Präsident Strohschneider begrüßte die Gäste: „Der Pakt für Forschung und Innovation zeigt das partei- und organisationsübergreifende Verständnis, dass Wissenschaft die Grundlage von Wohlstand ist. Wir als geförderte Organisationen bedanken uns für das Vertrauen der Politik und wollen an diesem Abend zeigen, wie der Pakt dazu beiträgt, dass wissenschaftlich Neues entsteht.“
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Ulrich Schüller, BMBF
Schüller hob die besondere Verantwortung der Wissenschaftsorganisationen für die Themen „Nachwuchs“, „Wissenstransfer“ und „Internationalisierung“ hervor: „Wir müssen die Dynamik im deutschen Wissenschaftssystem erhalten und ausbauen.“
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Professor Schlögl
Professor Schlögl schilderte, warum die Wasserspaltung so schwierig ist: „Dieses Problem kann die Wissenschaft nur in internationaler, interdisziplinärer und intersystemischer Zusammenarbeit lösen. Dafür hat die Max-Planck-Gesellschaft ein neues Institut gegründet, das ganz neue Ansätze und Kooperationen mit Industrie, anderen Forschungseinrichtungen und Hochschulen im In- und Ausland verfolgt.“
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Professor von Kalle
Personalisierte Medizin betrifft viele Bereiche der Behandlung und Vorsorge, sagte Professor von Kalle: „Die Herausforderungen liegen in der individuellen Veranlagung für Krankheiten. Für die Personalisierte Medizin brauchen wir unter anderem neue Hochdurchsatztechnologien, die Bioinformatik und eine Detailanalyse. Daraus müssen geeignete Prozessketten entstehen.“
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Professor Wehrspohn
Professor Wehrspohn ist auf der Suche nach einem „Wunschmaterial“ für Magnete für die Elektromobilität: „Die deutschen Wertschöpfungsketten sind brüchig geworden, daher gehören Ausgründungen zu unseren Zielen, um die Produktion der zentralen Bauteile für Elektroautos in Deutschland zu halten. Auch auf die Ausbildung legen wir besonderes Augenmerk.“
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Prof. Tochtermann
Soziale Medien gehören für Prof. Tochtermann zum Alltag. Welche Chancen das für die Wissenschaft birgt, untersucht die Leibniz-Gemeinschaft: „Die drei Grand Challenges sind die neuen Gewohnheiten, neue Technologien und das Nutzungsverhalten. Wir untersuchen, wie Menschen die neuen Medien nutzen – und das über alle Disziplinen hinweg.“
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Prof. Strohschneider
Vom konkreten Beispiel Biodiversitätsforschung zu den Instrumenten der Strategischen Erschließung neuer Forschungsfelder der DFG – Prof. Strohschneider schilderte die Entstehung neuer wissenschaftlicher Projekte nach dem Bottom-Up-Prinzip: „Die Wissenschaft findet ihre Themen selbst. Die DFG bietet für deren Umsetzung wettbewerbliche Verfahren wie die Schwerpunktprogramme oder die DFG-Forschungszentren, die transparent die Themenfindung begleiten und flexibel finanzieren.“
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Dr. Nikolaus von Bomhard
Dr. Nikolaus von Bomhard hielt im abschließenden Kommentar fest, dass Wissenschaft verschiedener Organisationen und unterschiedlicher Instrumente bedarf: „Es geht um Vielfalt, die auch der Pakt für Forschung und Innovation ermöglicht. Die Organisationen ergänzen sich komplementär. Und schließlich profitiert die Gesellschaft, das heißt jeder und jede – sei es mittel- oder unmittelbar.“
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Die Gäste im Auditorium Friedrichstraße verfolgten einen spannenden Abend voller Einblicke in aktuelle Forschung und deren Rahmenbedingungen
Die Gäste im Auditorium Friedrichstraße verfolgten einen spannenden Abend voller Einblicke in aktuelle Forschung und deren Rahmenbedingungen
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Neben den Vorträgen lebte die Veranstaltung vom Austausch – auch mit den anwesenden Bundestagsvertretern. Hier: DFG-Präsident Strohschneider (l.) im Gespräch mit Stephan Albani, MdB für die CDU
Neben den Vorträgen lebte die Veranstaltung vom Austausch – auch mit den anwesenden Bundestagsvertretern. Hier: DFG-Präsident Strohschneider (l.) im Gespräch mit Stephan Albani, MdB für die CDU
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Am 5. November 2014 hat die DFG Wissenschaft und Politik ins Berliner Auditorium Friedrichstraße eingeladen, um die „Strategische Erschließung neuer Forschungsfelder“ im Rahmen des Paktes für Forschung und Innovation vorzustellen. Den abstrakten Titel füllten die Redner aus den verschiedenen am Pakt beteiligten Organisationen im Laufe des Abends mit sehr konkreten Inhalten. Sie berichteten über Projekte und Themenfelder, in denen der Pakt neue Kooperationen, bessere Netzwerke und damit innovative Durchbrüche unterstützt hat. „Der Pakt für Forschung und Innovation hat die Wettbewerbsfähigkeit und Leistungskraft der deutschen Wissenschaft deutlich gestärkt, nicht zuletzt durch das hohe Maß an Planungsperspektive und Verlässlichkeit der Finanzierung“, betonte DFG-Präsident Professor Peter Strohschneider in seiner Eröffnung.

Insbesondere die im Titel mitschwingende Hoffnung auf Neues beleuchtete Strohschneider zu Beginn der Veranstaltung: „Das zukünftige Neue ist unbekannt!“ Mithin sei es Aufgabe der Forschungs- und Förderorganisationen, „strategische Möglichkeitsräume, die die Wahrscheinlichkeit von Durchbrüchen erhöhen“, zu schaffen. Dafür biete der Pakt für Forschung gute Voraussetzungen: sowohl um „Felder des Noch-Erwartbaren“ zu öffnen, als auch um „Möglichkeitsräume für Unantizipiertes“ zu schaffen.

Die Entscheidungen der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) vom 30. Oktober 2014 für eine Weiterführung des Paktes, nahm Ulrich Schüller, Abteilungsleiter "Wissenschaftssystem" des Bundesministeriums für Bildung (BMBF), in sein Grußwort auf, das er für die kurzfristig verhinderte Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen übernommen hatte. „Kontinuität und gemeinsames Handeln sind Kernaspekte des Paktes und des gesamten ‚Paket der Pakte‘, für das sich die GWK ausgesprochen hat“, sagt er.

Beispiele aus der Praxis

In den inhaltlichen Vorträgen schilderten Experten aus verschiedenen Organisationen und unterschiedlichen Fachbereichen anhand von Beispielen die Instrumente, die neue Forschungsfelder erschließen. Den Auftakt gab Professor Robert Schlögl, Direktor des Fritz-Haber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin, und des Max-Planck-Instituts für chemische Energiekonversion, Mülheim an der Ruhr, mit „Wissenschaftlichen und strategischen Lehren aus der Wasserspaltung“. Er griff die nachhaltige Energieversorgung als Ziel auf und schilderte „auch mit ein paar Formeln“ direkt aus der Praxis, welche grundlagenwissenschaftlichen Fragen daraus entstehen und wie der Pakt hilft, sie zu beantworten. Auch die „Personalisierte Medizin“ profitiert von der Zusammenarbeit der Akteure im Wissenschaftssystem, wie Professor Christof von Kalle, der Sprecher des Querschnittsverbundes Personalisierte Medizin am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, berichtete. Er zeigte für Seltene Krankheiten, sogenannte metabolische und neurodegenerative Krankheiten sowie Krebs anhand von Statistiken, wie viele Menschen von dieser Forschung betroffen sind. Das Wort „Selten“ tragen auch die Stoffe im Namen, die Professor Ralf Wehrspohn, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik (IWM) in Halle, thematisierte. „Seltene Erden“ sind Schlüsselrohstoffe für die Elektromobilität, insbesondere das für leistungsfähige Magnete benötigte Element Dysprosium kommt fast ausschließlich in China vor. Das Ziel seiner Arbeit ist es, Deutschland durch Alternativen unabhängig zu machen. Das Feld „Science 2.0“ beleuchtete Professor Klaus Tochtermann, Direktor des Leibniz-Informationszentrums Wirtschaft in Kiel, am Beispiel des gleichnamigen Leibniz-Forschungsverbunds. Er warb für die Aktivitäten der Leibniz-Gemeinschaft, die quer zu ihren Sektionen den Forschungsverbund eingerichtet hat. Den Schlusspunkt der inhaltlichen Vorträge setzte wiederum DFG-Präsident Peter Strohschneider. Er stellte die Aktivitäten der DFG zum Thema Biodiversitätsforschung vor – ausgehend von verschiedenen Projekten der Bienenforschung bis zum Forschungszentrum iDiv, das die DFG seit 2012 fördert: Darin bündelt sich die Expertise dreier Universitäten aus drei Bundesländern mit der von vier Leibniz-Instituten, dem Umweltforschungszentrum Leipzig der Helmholtz-Gemeinschaft und drei Max-Planck-Instituten.

Den abschließenden Kommentar steuerte Dr. Nikolaus von Bomhard, Vizepräsident des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und Vorstandsvorsitzender der Munich Re, bei. Er zog Parallelen zwischen Wissenschaft und Rückversicherung in Sachen „Möglichkeitsräume“ bei verschiedenen Art des „Risikos“. Bei Versicherungsfragen wie in der Forschung rücke die unmittelbare, kurzfristige Rendite in den Hintergrund. Vielmehr seien „Gewinne in der Forschung langfristig immer auch Gewinne für die Gesellschaft“. Er betonte, dass der Pakt für Forschung und Innovation eben kein „Deal“ sei, sondern ein Ausdruck großen gegenseitigen Vertrauens.

Bereits im Oktober 2010 hatte die DFG eine Paktveranstaltung ausgerichtet. Damals war das Thema „Internationalisierung der Forschung im In- und Ausland“.

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