DFG-Jahresversammlung 2014

DFG tagte vom 30. Juni bis 2. Juli 2014 in Frankfurt am Main / Jahrespressekonferenz am 3. Juli in Berlin

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel sprach zur DFG-Festgesellschaft
Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel sprach zur DFG-Festgesellschaft
© DFG, Ulrich Schepp

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Unter dem Motto "ErkenntnisWerte" hat die DFG vom 30. Juni bis zum 2. Juli 2014 in Frankfurt am Main ihre Jahresversammlung abgehalten. Ein Höhepunkt war der Besuch von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel bei der Festveranstaltung am 2. Juli, die bereits zum dritten Mal aus diesem Anlass bei der DFG zu Gast war. In ihrer Ansprache betonte die Kanzlerin die Bedeutung von Wissenschaft und Forschung für die Politik der Bundesregierung – und die Bedeutung der DFG für die Forschungsförderung und das Wissenschaftssystem.

DFG-Präsident Professor Peter Strohschneider begrüßt die Gäste
DFG-Präsident Professor Peter Strohschneider begrüßt die Gäste
© DFG, Ulrich Schepp

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte DFG-Präsident Professor Peter Strohschneider die Gäste aus Wissenschaft und Politik im Festsaal der Johann Wolfgang Goethe-Universität. In Richtung der Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsorganisationen der DFG betonte er: "Sie stellen Ihr Wissen, Ihr Können und Ihre Erfahrung der Selbstverwaltung von Wissenschaft in den Gremien, in Begutachtungs- und Entscheidungsprozessen und in der Geschäftsstelle der DFG zur Verfügung und unterstützen und begleiten das Förderhandeln und die wissenschaftspolitischen Aktivitäten der DFG in vielfältiger Weise." Nach der Begrüßung und Rede des DFG-Präsidenten sprach die rheinland-pfälzische Wissenschaftsministerin Doris Ahnen als Repräsentantin der Länder ein Grußwort, bevor die Kanzlerin sich an das Publikum wandte.

Die gastgebende Hochschule, die Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main, feiert 2014 ihren 100. Geburtstag. Diesen thematisierte auch die Bundeskanzlerin: "Die historischen Ereignisse [des Ersten Weltkriegs] bildeten gleichsam die politische und gesellschaftliche Kulisse, vor der sich die Bürgerinnen und Bürger von Frankfurt am Main ihren großen Traum von ihrer eigenen Universität erfüllten. Im Oktober 1914, als Europa im Krieg versank, eröffneten sie feierlich die erste deutsche Stiftungsuniversität. Heute zählt die Universität Frankfurt zu den größten Hochschulen Deutschlands." Hunderte kleiner, farbiger Goethe-Statuen führten den Gästen noch vor dem Betreten des Hauptgebäudes des Campus Westend das Jubiläum wortwörtlich vor Augen.

"l'Autre mOnde" sorgte für die musikalische Untermalung
"l'Autre mOnde" sorgte für die musikalische Untermalung
© DFG, Ulrich Schepp

Abgerundet wurde die Festveranstaltung von dem Vortrag "Über die Wirksamkeit öffentlicher Innovationsförderung" von Professor Monika Schnitzer, Ludwigs-Maximilians-Universität München. Der DFG-Präsident führte dieses Thema mit dem Motto der Jahresversammlung zusammen: "Die öffentliche Innovationsförderung spricht einen besonderen Aspekt jener höchst vielschichtigen Zusammenhänge an, die auch das Motto unserer Jahresversammlung in ein einzelnes Wort zu fassen sucht: ErkenntnisWerte." Und auch Angela Merkel nahm das Thema "Werte" in ihrer Ansprache auf: "Die DFG denkt nicht allein oder vorrangig in Kategorien wirtschaftlicher Ver-wert-barkeit von Forschungsergebnissen – obwohl das Wort „Werte" ja eine Rolle hier heute spielt. Sie stellt vielmehr das Erkenntnisinteresse in den Mittelpunkt der Arbeit. Und so verschafft sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Freiräume und öffnet Wege für Neues. Grundlagenforschung braucht Unabhängigkeit und Zeit. Nicht immer geht es geradlinig voran."

Neben der Festversammlung als "krönendem Abschluss" jeder Jahresversammlung beruft die als Verein organisierte DFG zuvor regelmäßig die jährliche Mitgliederversammlung ein. Diese bestimmt die Richtlinien für die Arbeit der DFG, nimmt Jahresbericht und Jahresrechnung entgegen, entlastet das Präsidium, wählt den Präsidenten und die übrigen Mitglieder des Präsidiums sowie des Senats und entscheidet über die Aufnahme neuer Mitglieder in die Deutsche Forschungsgemeinschaft. In diesem Jahr wählte sie neun neue Senatorinnen und Senatoren sowie mit der Gießener Biochemikerin und Molekularbiologin Professor Katja Becker, der Karlsruher Mathematikerin Professor Marlis Hochbruck und dem Münchner Rechtswissenschaftler Professor Wolfgang Schön drei neue Vizepräsidentinnen und -präsidenten. Außerdem stand 2014 die Entscheidung über die Überarbeitung der Satzung an, die laut DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek keineswegs eine "Verfassungsänderung" ist, sondern vielmehr die Satzung an die Aufgaben der DFG und ihrer Organe und an die Abläufe im Förderhandeln anpasst, die sich seit der Wiedergründung der Organisation nach dem Zweiten Weltkrieg 1951 vielfältig entwickelt und verändert haben. Der zur Mitgliederversammlung vorgestellte Jahresbericht 2013 weist für das vergangene Jahr einen Etat von 2,63 Milliarden Euro und insgesamt gut 29.800 Projekte in allen Förderprogrammen der DFG aus.

Communicator-Preis-Verleihung in Frankfurt am Main. Der Preisträger, Professor Onur Güntürkün (m.), mit den Präsidenten der DFG, Professor Peter Strohschneider (l.), und des Stifterverbandes, Andreas Barner (r.)
Communicator-Preis-Verleihung in Frankfurt am Main. Der Preisträger, Professor Onur Güntürkün (m.), mit den Präsidenten der DFG, Professor Peter Strohschneider (l.), und des Stifterverbandes, Andreas Barner (r.)
© DFG, Ulrich Schepp

Die Jahresversammlung der DFG gibt zudem traditionell den Rahmen für die Verleihung des Communicator-Preises der DFG und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft. Er ging 2014 an den Biopsychologen Professor Onur Güntürkün von der Ruhr-Universität Bochum für die vorbildliche Vermittlung seiner Forschungen zu den biologischen Grundlagen des Verhaltens von Tier und Mensch in die breite Öffentlichkeit und die Medien. Güntürkün verbindet nach Einschätzung der Jury hohe wissenschaftliche Qualität mit besonders engagierter Vermittlung in Öffentlichkeit und Medien. 1958 in Izmir geboren, ist Güntürkün nach dem Studium der Psychologie und der Promotion in Bochum, Forschungsaufenthalten in Paris und San Diego sowie der Habilitation in Konstanz seit 1997 Professor für Biopsychologie in Bochum. Mit seinen Arbeiten zum Zusammenhang von „Gehirn und Geschlecht“ korrigierte Güntürkün traditionelle Sichtweisen auf Geschlechterunterschiede. Ihm zufolge existieren zwar kognitive und neuroanatomische Geschlechterunterschiede, sie sind aber erheblich geringer als zumeist angenommen – Männer und Frauen sind sich in ihrem Denken also ähnlicher als häufig erwartet. Allerdings können die biologischen Unterschiede psychologische Weichen stellen, die zu lebenslangen kognitiven Unterschieden führen, wie Güntürkün am Beispiel des Autofahrens und Einparkens zeigte. Für diese und andere Forschungen wurde der Biopsychologe national wie international vielfach ausgezeichnet, allen voran 2013 mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG.

Jahrespressekonferenz am 3. Juli 2014 in Berlin
Jahrespressekonferenz am 3. Juli 2014 in Berlin
© DFG, David Ausserhofer

Anschließend an die Jahresversammlung in Frankfurt lud die DFG am 3. Juli 2014 zur alljährlichen Pressekonferenz in Berlin, auf der DFG-Präsident Professor Peter Strohschneider und Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek die Entscheidungen und Inhalte der Sitzungen den Medien vorstellten. In diesem Jahr lag der Fokus auf dem dringenden Appell an den Bund und die Länder, ihre jüngsten Einigungen in der Wissenschaftspolitik rasch und einvernehmlich umzusetzen. Auch zur Verstetigung der Exzellenzinitiative und der Programmpauschale brauche die Wissenschaft schnell Klarheit und verlässliche Planungsperspektiven.

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