Digitale Gesellschaft wohin?

Hochkarätiges Podium diskutiert auf Einladung von DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek Fragen und Sichtweisen der digitalen Moderne / Dritte Veranstaltung der Reihe „Kunst, Kultur, Kontroversen – Wissenschaft in Bonn“

Die Podiumsdiskussion findet im Kunstmuseum Bonn ein aufmerksames Publikum.
Die Podiumsdiskussion findet im Kunstmuseum Bonn ein aufmerksames Publikum.
© DFG/Eric Lichtenscheidt

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Der unaufhaltsame Triumphzug des Digitalen, die elektronische Durchdringung aller Lebensbereiche und die Folgen für den Einzelnen wie für die Gesellschaft – diese Themen standen Anfang Juni im Mittelpunkt der dritten Veranstaltung „Kunst, Kultur, Kontroversen – Wissenschaft in Bonn“. Auf Einladung von DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek diskutierten im licht-modernen Ambiente des Kunstmuseums Bonn der Tübinger Psychologe Friedrich W. Hesse, der Lüneburger Medientheoretiker Claus Pias und der Soziologe Dirk Baecker von der Zeppelin-Universität Friedrichshafen Fragen der „neuen Informationsumwelten“ und der Digitalisierung, die in aller Munde sind, aber öffentlich häufig mit viel Aufgeregtheit und Voreingenommenheit diskutiert werden – zwischen Ängsten und Sorgen hier und Enthusiasmus und Zukunftserwartungen dort.

Interessierte Zuhörer (v.r.): DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek, der Rektor der Universität Bonn, Jürgen Fohrmann, mit Gattin und der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch.
Interessierte Zuhörer (v.r.): DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek, der Rektor der Universität Bonn, Jürgen Fohrmann, mit Gattin und der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch.
© DFG/Eric Lichtenscheidt

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Dagegen setzten die Diskutanten unter der Moderation des Bonner Soziologen Rudolf Stichweh und mit der Leitfrage „Wie verändert die Digitalisierung unser Denken und unseren Umgang mit der Welt?“ einen Kontrapunkt, indem sie wissenschaftsgetriebene Argumente, theorienahe Sichtweisen und informierte Prognosen zum digitalen Wandel vorstellten. Fazit der Diskussionen, auch mit dem Bonner Publikum: Die flirrenden Bildschirme in Büros, Firmen und Privatwohnungen haben eine Oberflächen- und eine kulturell ausdeutbare Tiefendimension. Die sich immer schneller und weiter ausdifferenzierenden Digitalkulturen in Alltag, Beruf und Freizeit bewirken auch drastische Veränderungen von Zeitstrukturen. Die individuelle und die kollektive Wahrnehmung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verändern sich zugunsten einer Verankerung im Hier und Jetzt. In diesem Zusammenhang kam auch die Frage auf, ob die Digitalwelten der Gegenwart letztlich mit modernen Begriffen beschrieben und verstanden werden können oder ob Begriffe der Vormoderne vielversprechender, weil passgenauer sein könnten, zum Beispiel der Begriff des Arkanums, wie Medientheoretiker Pias betonte.

Dorothee Dzwonnek bedankt sich bei den Diskutanten des Abends: (v.l.) Medientheoretiker Claus Pias,  Soziologe Dirk Baecker, Moderator Rudolf Stichweh und der Psychologe Friedrich W. Hesse.
Dorothee Dzwonnek bedankt sich bei den Diskutanten des Abends: (v.l.) Medientheoretiker Claus Pias,  Soziologe Dirk Baecker, Moderator Rudolf Stichweh und der Psychologe Friedrich W. Hesse.
© DFG/Eric Lichtenscheidt

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So machte die Diskussionsveranstaltung Dimensionen des Digitalen und Kontexte der Digitalisierung deutlich, die es lohnen, mit der Expertise unterschiedlicher Disziplinen beforscht und verstanden zu werden. Im Wissenschaftsjahr 2014 „Die digitale Gesellschaft“ gibt es dazu besondere Möglichkeiten. Die DFG ist mit eigenen Angeboten daran beteiligt.

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