Generalprobe für EUCYS in Tallinn

Am 7. August 2017 haben die Sieger des diesjährigen DFG-Europa-Preises Philipp Sinnewe, Johannes Waller, Philipp Kessler, Arne Greipel, Matthias Grützner und Julian Egbert die DFG-Geschäftsstelle in Bonn besucht, um sich unter professioneller Anleitung auf den bevorstehenden European Union Contest for Young Scientists (EUCYS) vom 22. bis 27. September 2017 in Tallinn vorzubereiten.

Im Rahmen des Bundeswettbewerbs „Jugend forscht“ erhielten die Nachwuchswissenschaftler den DFG-Europa-Preis und wurden gleichzeitig in ihren Wettbewerbskategorien als Bundessieger ausgezeichnet.

Die Preisträger im Überblick:

Der 18-jährige Philipp Sinnewe aus Sotzweiler/Saarland erhielt die Auszeichnung der DFG zusätzlich zum „Preis des Bundespräsidenten für eine außergewöhnliche Arbeit“. Sein Projekt „Fliegen mit weniger Treibstoff“ zielt darauf, energieeffizientere und klimafreundlichere Flugzeugtriebwerke zu entwickeln. Dazu baute der Saarländer ein Modell eines Strahltriebwerks, um so eine neue Treibstoffart zu testen. Statt Kerosin verwendete Sinnewe ein Wasser-Alkohol-Gemisch, mit dem sich etwa ein Drittel der Kohlendioxidemissionen einsparen lassen – dies ergaben Versuche auf seinem selbst gebauten Triebwerkteststand.

Team
V.l.: Das Team "Schulchemie auf dem Prüfstand": Philipp Kessler und Johannes Waller
© DFG

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Johannes Waller (17) und Philipp Kessler (18) aus Ludwigsburg in Baden-Württemberg errangen den Bundessieg im Fachgebiet Chemie und den DFG-Europa-Preis für ihre Forschungsarbeiten rund um die sogenannte Fehling-Probe. Mit dieser wurde früher Diabetes diagnostiziert, heute gilt sie als Schulbeispiel für eine pH-abhängige Redox-Reaktion, bei der ein Reaktionspartner Elektronen auf den anderen überträgt. Die beiden Jungforscher zeigten mit ihren Laborversuchen nun, dass die Fehling-Probe einer komplexeren Chemie folgt als in Schulbüchern dargestellt. So entstehen bei der Reaktion verschiedene Zwischenstufen und Oxidationsprodukte, zudem reagieren Glucose und Fructose unterschiedlich schnell. Dies macht eine Neuinterpretation der seit 1848 eingesetzten Probe notwendig.

Team
V.l.: Das Team "Wasserbilder": Matthias Grützner, Arne Geipel und Julian Egbert
© DFG

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Ebenfalls im Team erfolgreich waren Matthias Grützner, Julian Egbert und Arne Geipel vom Herder-Gymnasium in Berlin. Die 16-Jährigen erhielten den Europa-Preis zusammen mit dem Bundessieg im Fachgebiet Physik. Sie untersuchten die Wasserbilder, die entstehen, wenn ein Wasserstrahl auf eine raue Oberfläche trifft. Dann bilden sich spiralähnliche Strukturen, die an das Innere einer Sonnenblume erinnern. Die drei Jungforscher suchten – und fanden – einen Grund: die winzigen Erhebungen auf rauen Oberflächen, zum Beispiel auf einem Holzbrett. Hier bricht sich das fließende Wasser und bildet spiralförmige Muster. Dies konnten sie mithilfe eines Experiments nachweisen, mit Kameratechnik aufzeichnen und die zugrunde liegenden physikalischen Phänomene mathematisch beschreiben.

Bei ihrer Ankunft in der DFG-Geschäftsstelle begrüßte die Schüler zunächst Dr. Jutta Rateike (Leiterin des Teams Öffentlichkeitsarbeit). Anschließend nahm die Kommunikationstrainerin Susanne Kern die Nachwuchswissenschaftler unter ihre Fittiche und übte mit ihnen die publikumswirksame Präsentation ihrer Forschung. Dabei verriet sie den Schülern allerhand Tipps und Tricks, wie sie ihren mündlichen Vortrag – den sie in Tallinn in englischer Sprache halten müssen – weiter verbessern können, beispielsweise durch eine kreative Einleitung oder indem sie ihre Körpersprache bewusst einsetzen und die Alltagrelevanz ihrer Forschung betonen. Um ähnliche Bedingungen wie beim internationalen Wettbewerb herzustellen, saßen mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DFG-Geschäftsstelle bei einem Probelauf im Publikum. Am Ende des Tages waren die Schüler begeistert von dem individuellen Coaching und freuen sich darauf, das Gelernte bei ihrer Projektpräsentation in Tallinn umzusetzen und möglicherweise auch auf europäischer Ebene ausgezeichnet zu werden.

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