Zweiter „German Future Earth Summit“

Globale Nachhaltigkeitsforschung mitgestalten / Verbindung Wissenschaft – Gesellschaft stärken / Zweite Mandatsperiode des DKN, zusätzlicher Platz für Sozialwissenschaften

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Bei einem World Café wie auch in weiteren Formaten diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Summits neue Ideen für Future-Earth-Themen.
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(18.02.16) Rund 280 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten den zweiten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten „German Future Earth Summit“ am 28. und 29. Januar 2016 im Berliner Umweltforum. Die vom „Deutschen Komitee für Nachhaltigkeitsforschung in Future Earth“ (DKN) organisierte Konferenz diente als Plattform für den Austausch einer interdisziplinär organisierten, globalen Nachhaltigkeitsforschung in Deutschland. Zugleich war der Summit die Auftaktveranstaltung der zweiten Mandatsperiode der Mitglieder des DKN. Dem verstärkten sozial- und verhaltenswissenschaftlichen Profil der Nachhaltigkeitsforschung folgend, wurde ein zusätzlicher Platz im DKN für die Sozialwissenschaften geschaffen, damit auch diese Kompetenz im Gremium vertreten ist – in der Person von Professor Anita Engels, Sprecherin des Exzellenzclusters „CliSAP“ der Universität Hamburg.

Die Mitglieder des DKN, Organisatoren der Themen-Sessions und die Leiterin des Wissenschaftlichen Sekretariats des DKN, Dr. Bettina Schmalzbauer
Die Mitglieder des DKN, Organisatoren der Themen-Sessions und die Leiterin des Wissenschaftlichen Sekretariats des DKN, Dr. Bettina Schmalzbauer
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Ziel der globalen Nachhaltigkeitsforschung ist es, Grundlagen- und Handlungswissen für drängende gesellschaftsrelevante Problemstellungen wie Klimawandel, Ernährungssicherheit und Gesundheit, Ressourcenverknappung und Energieversorgung oder auch demografische Entwicklung zu erarbeiten. Einen wichtigen Beitrag leisten hier erkenntnisorientierte und integrative Forschungen in den Sozial-, Natur- und Ingenieurwissenschaften. Einer der zentralen Diskussionspunkte des German Future Earth Summits war die Frage nach den Voraussetzungen, die diese besondere Form der Forschung benötigt: Viele Problemstellungen sind nur interdisziplinär anzugehen – und fächerübergreifende Kooperation erfordert neben Management und Koordination auch innovative Werkzeuge des integrativen Erkenntnisgewinns.

Eröffnet durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft konzentrierte sich die Podiumsdiskussion auf die Kernfragen „Welche Rolle spielt Wissenschaft in der Gesellschaft – für Transformationen?“ und „Steht die Wissenschaft schon bereit, eine Politik der Nachhaltigkeit zu unterstützen?“. Es diskutierten Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, Dr. Joerg Mayer-Ries, Referatsleiter für Strategie- und Grundsatzfragen im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Professor Christian Berg, Mitglied des Präsidiums des deutschen Club of Rome, Professor Anita Engels, Sprecherin des Hamburger Exzellenzclusters „CliSAP“, sowie Professor Guy Brasseur, Gründungsdirektor des Climate Service Centers Hamburg.

Dr. Joerg Mayer-Ries, Theresia Bauer, Prof. Dr. Guy Brasseur, Prof. Dr. Anita Engels, Christian Berg und Moderator Thomas Prinzler (rbb Inforadio)
Dr. Joerg Mayer-Ries, Theresia Bauer, Prof. Dr. Guy Brasseur, Prof. Dr. Anita Engels, Christian Berg und Moderator Thomas Prinzler (rbb Inforadio)
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Professor Paul Shrivastava, Executive Director der internationalen Forschungsplattform Future Earth
Professor Paul Shrivastava, Executive Director der internationalen Forschungsplattform Future Earth
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Ausdruck für die Bedeutung der starken deutschen Future Earth Community für das internationale Unterfangen war die Teilnahme des Executive Director der internationalen Forschungsplattform Future Earth, Professor Paul Shrivastava, der über die Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsagenda auf internationaler Ebene berichtete. Auf welchen Wegen neue Ideen für integrative Aktivitäten auf nationaler Ebene eingebracht werden können, zeigte im Anschluss Professor Martin Visbeck auf, Vorsitzender des „Deutschen Komitees für Nachhaltigkeitsforschung in Future Earth“: Das von der DFG geförderte DKN hat jüngst die Möglichkeit geschaffen, Arbeitsgruppen einzurichten, um innovative Forschungsideen im inter- und transdisziplinären Rahmen über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren umzusetzen. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen sollen in Zukunft Anstoß für Projekte oder künftige Förderschwerpunkte geben.

Mit dem Ziel, Spannungsfelder und Wissenslücken zu identifizieren und neue Forschungsideen zu entwickeln, befassten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in parallelen Sessions mit fünf Future-Earth-Querschnittsthemen: „Observing, Monitoring and Data Systems“, „Earth System Modeling and Social Macrodynamics“, „Metrics and Evaluation for Human-Well Being and Sustainable Development“, „Theory and Method Development“ und „Science-Society Interface“. Ferner loteten sie Möglichkeiten der aktuellen Förderlandschaft aus. So stellten Vertreterinnen und Vertreter der DFG, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der EU sowie großer deutscher Forschungsstiftungen Förderprogramme vor, die sich für die Finanzierung von Future-Earth-Themen eignen.

v. l.: Dr. Volkmar Dietz, Referatsleiter BMBF, Dr. Annette Schmidtmann, Abteilungsleiterin DFG, Dr. Paul Vossen, Generaldirektion Forschung und Innovation der Europäischen Kommission
v. l.: Dr. Volkmar Dietz, Referatsleiter BMBF, Dr. Annette Schmidtmann, Abteilungsleiterin DFG, Dr. Paul Vossen, Generaldirektion Forschung und Innovation der Europäischen Kommission
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Schließlich fragte das „Deutsche Netzwerk der Nachwuchswissenschaftler in Future Earth“ nach dem „geeigneten“ Curriculum für angehende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Nachhaltigkeitsforschung – die mit Blick auf die Universitäten und andere Institutionen noch vielfach disziplinär ausgerichtet ist. Die Sprecherinnen des Netzwerks, Dr. Ruth Delzeit vom Institut für Weltwirtschaft und Dr. Sonja Deppisch, HafenCity Universität Hamburg, formulierten die Karriere- und Forschungsanforderungen, mit denen der wissenschaftliche Nachwuchs heute konfrontiert ist und die vielleicht auch im Sinne der nachhaltigen Entwicklung eine Anpassung erfordern.

Alle Ergebnisse der Konferenz werden in einem Bericht zusammengefasst, der voraussichtlich Ende April 2016 veröffentlich wird.

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