Treffen internationaler Förderorganisationen: Diversität als Chance

Um gemeinsame Anliegen aller Förderorganisationen aus Wissenschaft, Technologie und Innovation zu diskutieren, organisieren die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Japan Science and Technology Agency (JST) bereits seit 2010 ein jährliches Treffen von Förderorganisationen aus der ganzen Welt. Angesiedelt im Rahmen des Science and Technology in Society Forum (STS) in Kyoto, bietet das „Funding Agency Presidents‘ Meeting“ (FAPM) die Möglichkeit zur Vernetzung und Zusammenarbeit. Thema des diesjährigen, sechsten Treffens: Diversität.

Ob Etappen einer Forscherinnenkarriere, die immer breiter werdende Fächervielfalt an Universitäten oder die komplexe Struktur von beteiligten Projektpartnern – das System der Wissenschaft ist Prozessen der Ausdifferenzierung unterworfen. Diversität von Institutionen, Akteurinnen und Akteuren, Strukturen und Inhalten stellt auch die Förderorganisationen vor neue Herausforderungen. Das Thema des diesjährigen, sechsten FAPM lautete „Diversity as strength in research and innovation“ – ist Diversität also als Stärke, ja als gewinnbringende Ressource anzusehen, oder bringt sie Probleme mit sich?

Diskussionsworkshop über Diversität beim sechsten Funding Agency Presidents‘ Meeting.
Diskussionsworkshop über Diversität beim sechsten Funding Agency Presidents‘ Meeting.
© DFG

Öffnen (jpg)

„I’m sure diversity in our case also means we’ll hear very diverse opinions on that“, so DFG-Vizepräsident Professor Frank Allgöwer, der gemeinsam mit JST-Präsident Prof. Michinari Hamaguchi am 5. Oktober 2015 die Diskussion zwischen den Repräsentantinnen und Repräsentanten von 34 Förderorganisationen aus 24 Ländern leitete, darunter auch Professor Jean-Pierre Bourguignon, Präsident des European Research Council (ERC).

Gender, ethnische Herkunft, Glaubenszugehörigkeit, Alter und Gesundheit als Aspekte von Diversität der Akteure ebenso wie die Diversität von Forschungsfeldern und Forschungsansätzen wurden sodann an drei Tischen in kleineren Workshops diskutiert. Dabei stellte es sich als besonders wichtige Aufgabe heraus, in den Förderprogrammen differenzierter auf „young investigators“ und „senior researchers“ einzugehen. Es müssten mehr Karrierewege innerhalb der Wissenschaft für Postdocs ermöglicht werden, die abseits der Professur liegen, denn nicht jede und jeder Postdoc eigne sich für eine Professur. Individuelle Karrierewege müssen möglich sein, ohne dass das Alter eine zentrale Rolle spielt. Die soziale Herkunft dürfe niemanden von einer wissenschaftlichen Karriere ausschließen, talentierte Studierende dürften nicht dem System entzogen werden, nur weil sie zu viele Nebenjobs ausüben müssten. Einige Präsidenten von Förderorganisationen äußerten zudem den Wunsch nach mehr internationalen Gastwissenschaftler-Programmen und entsprechender Zusammenarbeit. Auch wurde angeregt, in Fragen der Gender Diversity stärker zu kooperieren und gemeinsame Austauschprogramme für Wissenschaftlerinnen zu entwickeln.

Das von der DFG organisierte Treffen der Forschungsförderorganisationen bot Raum für Vernetzung.
Das von der DFG organisierte Treffen der Forschungsförderorganisationen bot Raum für Vernetzung.
© DFG

Öffnen (jpg)

Im Anschluss an die Workshop-artigen Diskussionen lieferten Berichterstatter dem Plenum jeweils eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte – eine hilfreiche Vorarbeit für den 2016 anstehenden Global Research Council (GRC) in Neu Delhi, bei dem das Thema „Equality and Status of Women in Research“ auf der Agenda stehen wird.

Zusatzinformationen

© 2010-2019 DFG Letzte Aktualisierung: 28.10.2015 Sitemap   |  Impressum  |  Datenschutzhinweise  |  Kontakt  |  Service

Textvergrößerung und Kontrastanpassung