Die deutsche Wissenschaftslandschaft in einer Woche – Post-Lindau Tour 2015

Die chinesische, indische und thailändische Delegation zu Gast in der DFG-Geschäftsstelle in Bonn
Die chinesische, indische und thailändische Delegation zu Gast in der DFG-Geschäftsstelle in Bonn
© DFG / Diana Sigl

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Im Anschluss an das jährlich stattfindende Nobelpreisträgertreffen in Lindau ermöglichte die DFG Anfang Juli einer Gruppe von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einen einwöchigen Einblick in die deutsche Wissenschaftslandschaft. Zwei Delegationen mit Teilnehmern aus China, Indien und Thailand bekamen hierbei einen Vorgeschmack auf eine Forscherkarriere in Deutschland.

Für die 30 chinesischen Forscherinnen und Forscher führte die Tour von Lindau nach München über Erlangen-Nürnberg, Heidelberg und Frankfurt nach Bonn. Die zweite Delegation setzte sich aus 16 indischen und vier thailändischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammen, die deutsche Universitäten und Forschungsinstitute in Freiburg, Erlangen, Mainz, Marburg und Gießen besuchten. Durch die, in diesem Jahr, interdisziplinär ausgerichtete Nobelpreisträgertagung nahmen sowohl Physiker, Chemiker als auch Mediziner an der Tour teil. Sie nutzten die Zeit um mit Vertreterinnen und Vertretern des eigenen Fach in Austausch zu treten und auch um einen ersten Kontakt mit deutschen Förderorganisationen herzustellen.

Das diesjährige Motto der 65.Nobelpreisträgertagung „Educate – Inspire – Connect“ spiegelte die hohe Interdisziplinarität des Treffens in Lindau, Bodensee wieder. Nobelpreisträger und Nachwuchsforscher aus aller Welt aus den Fachbereichen Physik, Chemie und Medizin trafen sich für eine Woche im Süden Deutschlands um wissenschaftliche Themen zu besprechen, neue Ideen auszutauschen und vor allem Netzwerke zu bilden.

Grundlagenforschung und Anwendungen in einem Institut

Im Anschluss daran ging es für eine chinesische Delegation nach München wo die Ludwig-Maximilians-Universität, die Technische Universität und die Generalverwaltung der Max-Planck Gesellschaft besucht wurde. Die nächsten Stationen beinhalteten Erlangen-Nürnberg, Heidelberg und Frankfurt.

Gäste aus China: Yao Lin, Wang Yina, Zhou Ye, Guo Jing, Zhang Fengjiao (v.l.)
Gäste aus China: Yao Lin, Wang Yina, Zhou Ye, Guo Jing, Zhang Fengjiao (v.l.)
© DFG / Diana Sigl

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Für fünf chinesische Wissenschaftlerinnen aus Peking und Shanghai stand beim Abschluss in der DFG-Geschäftsstelle in Bonn fest, welche Institute ihnen auf ihrer Deutschland-Tour den stärksten Eindruck hinterlassen hatten: Die Physikerin Guo Jing war besonders beeindruckt von der Hochenergiephysik am Kirchhoff-Institut für Physik in Heidelberg und erzählte begeistert von „Detektoren, die kleinste Partikel aufspüren und sichtbar machen“.

Die Biologin Zhou Ye berichtete von einem anregenden Gespräch mit Professor Freddy Frischknecht des Heidelberger Zentrums für Infektiologie: „Sie forschen dort über Malaria und was genau passiert, nachdem man von einer Malaria übertragenden Mücke gestochen wurde.“ Zhou Ye fand interessant, dass an der Abteilung für Virologie sowohl im Grundlagen- wie auch im Anwendungsbereich geforscht wird.

Beste Ausbildung und Forschung für Nachwuchswissenschaftler

Die indisch-thailändische Delegation konnte im Anschluss an die Tagung in Lindau aus erster Hand erfahren, was eine Doktorandenausbildung in einem von der DFG geförderten internationalen Graduiertenkolleg (IGK) bedeutet. Sie besuchten die Summer School des IGK 1642 „Weiche Materie: Von molekularen Kräften zu neuen Materialien“ und konnten durch Vorträge von Professor Rolf Mülhaupt, Direktor des Instituts für makromolekulare Chemie und Professor Alexei Likhtman, Direktor für „Postgraduate Research Studies“ der Universität Reading (UK) die Interdisziplinarität und auch Internationalität eines solche Graduiertenprogramms miterleben.

Gruppenbild der indischen und thailändischen Delegation am IMB in Mainz
Die indische und thailändische Delegation am IMB in Mainz
© NSTDA/ Ruetai Chongsrid

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Nach dem Besuch des Max Planck Instituts für die Physik des Lichts in Erlangen ging es nach Mainz. Dort besuchte die Gruppe das Institute of Molecular Biology (IMB). „Das Institut wurde gerade neu strukturiert und viele junge Leute arbeiten dort. Vor allem die Arbeitsweise und die Struktur am IMB gefallen mir“, erzählte Thiprampai Thamamongood aus Thailand bei dem Besuch in Bonn. Sie ist Research Assistant in Thailand und möchte gerne ihren PhD in Deutschland machen, am liebsten am IMB in Mainz. Abschließend wurden noch Institute in Marburg und Gießen besucht.

Zu Gast in der DFG-Geschäftsstelle in Bonn
Zu Gast in der DFG-Geschäftsstelle in Bonn
© DFG / Diana Sigl

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Am 10. Juli 2015 trafen sich die beiden Gruppen in der Geschäftsstelle der DFG in Bonn und berichteten von ihren Erfahrungen der „Post-Lindau-Tour“. Es begrüßten Dr. Annette Schmidtmann, Leiterin der Abteilung fachliche Angelegenheiten und Forschungsförderung und Dr. Ingrid Krüßmann, Internationale Zusammenarbeit, Direktorin Asien-Pazifik, Deutsche Direktorin des Chinesisch-Deutschen Zentrums für Wissenschaftsförderung Beijing die beiden Delegationen. Frau Dr. Schmidtmann erklärte den jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern den Aufbau der DFG und stellte die Fördermöglichkeiten der größten deutschen Forschungsförderorganisation vor.

Weitere Tipps und Empfehlungen für ein Stipendium gab es in den Vorträgen von Vertreterinnen der Alexander von Humboldt Stiftungen und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Im Anschluss präsentierten und schilderten die Wissenschaftler mit großer Begeisterung über die Erlebnisse und Eindrücke während der Reise.

Zusammenfassend gab die diesjährige Post-Lindau Tour den Wissenschaftlern aus China, Indien und Thailand einen sehr interdisziplinären Einblick in die Wissenschaftslandschaft Deutschland. In der Veranstaltung in Bonn war die Nachfrage zu den verschiedenen vorgestellten Förderinstrumenten groß, so dass damit zu rechnen ist, dass eine beachtliche Zahl zu Forschungsaufenthalten nach Deutschland zurückkommen wird.

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