„Brain Pool“ für deutsche Wissenschaftspolitik

GAIN-Jahrestagung 2012 in Boston

Große Resonanz am DFG-Stand
Große Resonanz am DFG-Stand
© DFG

Karrieremöglichkeiten, Zukunftsperspektiven und die Vorzüge des Wissenschaftsstandortes Deutschland waren vom 7. bis zum 9. September 2012 bei der zwölften Jahrestagung des German Academic International Network (GAIN) Thema. Rund 300 Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie mehr als 100 Vertreterinnen und Vertreter von Universitäten und Forschungsorganisationen, aus Politik und Wirtschaft fanden auf Einladung der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der DFG den Weg nach Boston.

Das Programm bot eine sogenannte „Talent Fair“, die GAIN gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und der German Scholars Organization ausrichtete, sowie zahlreiche Diskussionsformate. Die DFG vertraten auf der Veranstaltung ihr Präsident, Professor Matthias Kleiner, sowie Mitglieder der DFG-Auslandsbüros und der Bonner DFG-Geschäftsstelle. Die DFG war an mehreren der Workshops aktiv beteiligt und auch der DFG-Stand fand große Resonanz.

Das GAIN-Treffen bot interessante Vorträge...
Das GAIN-Treffen bot interessante Vorträge...
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In seinem Beitrag hob DFG-Präsident Kleiner die enormen Fortschritte im deutschen Wissenschaftssystem vor allem durch die Exzellenzinitiative hervor, durch die mit mehreren Tausend neuer Stellen zu rechnen sei. Die große Deutschlandkarte mit den Ergebnissen der zweiten Runde der Exzellenzinitiative am DFG-Stand stieß auf großes Interesse und war Ausgangspunkt manchen Gesprächs.

Dr. Stefan Kaufmann, einer von fünf Bundestagsabgeordneten auf der Tagung, sprach mit Blick auf die versammelten Nachwuchsforschenden von einem „Brain Pool“ für deutsche Wissenschaftspolitik und sagte unter anderem Verbesserungen beim tenure track zu. Auch andere Akteure des Wissenschaftssystems, wie DAAD-Präsidentin Professor Margret Wintermantel oder HRK-Präsident Professor Horst Hippler befürworteten bessere Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Neben der akademischen Laufbahn waren auch alternative Karrierewege Thema. Der Großteil der jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hat jedoch eine Karriere in der Forschung fest im Blick. Dabei stehen nach wie vor die Themen „Dual Career Couples“ und „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ hoch auf der der Agenda, da viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sich heute ganz selbstverständlich dazu bekennen, auch ein Privatleben haben zu wollen. Für die meisten Arbeitgeber ist das mittlerweile völlig akzeptabel.

.. und vielfältige Informationen
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Die Keynote Lecture hielt der frühere DFG-Präsident Professor Ernst-Ludwig Winnacker zum Thema „Forschung in Europa.“ Durch die Verdoppelung der Mittel für den European Research Council sind auch in Europa die Fördermöglicheiten erheblich gewachsen.

Das zwölfte und bislang größte GAIN-Treffen zeigte einen Stimmungswandel: Wenn noch vor einigen Jahren der Tenor war, dass die meisten jungen deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus persönlichen Gründen nach Deutschland zurückkehren wollten, aber aufgrund der deutlich besseren Arbeits- und Forschungsbedingungen in den USA blieben, hat sich das Klima inzwischen deutlich verändert. Die deutschen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in Nordamerika streben eine Rückkehr an und nehmen die Chancen wahr, die derzeit in Deutschland bestehen. Für die deutsche Forschungslandschaft bleibt jedoch die Aufgabe bestehen, mehr dauerhafte Perspektiven für die Forschenden zu schaffen.

Das Wochenende in Boston bot wieder Gelegenheit zu intensivem und informellem Austausch, bei dem „Anbieter“ und „Kunden“ voneinander lernen und mit dem sie die GAIN-Treffen zu einer Erfolgsgeschichte machen. Die Planungen für 2013 in San Francisco haben bereits begonnen.

Zusatzinformationen

Archiv "Internationales"

Stipendiatinnen und -Stipendiaten zieht es  nach Deutschland zurück

Laut einer Befragung unter Stipendiatinnen und Stipendiaten, die zwischen 2004 und 2011 an einer der German Academic International Network (GAIN)-Jahrestagungen teilgenommen haben, kehren über zwei Drittel der Forschenden nach ihrem Auslandsaufenthalt in ihr Heimatland zurück. Grund dafür sind bessere Karriereaussichten, auch wenn mehr Planbarkeit Deutschland noch attraktiver machen würde.

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