Workshop zur deutschen Wissenschaftslandschaft in der Ukraine

Vortrag bei dem DFG-Workshop in kiew
Dr. Sonja Ochsenfeld-Repp stellt in Kiew die DFG und ihre Arbeitsabläufe vor
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Die DFG hat am 17. und 18. Oktober 2017 in Kiew für Vertreterinnen und Vertreter des ukrainischen Wissenschaftsmanagement einen Workshop über die Struktur und Arbeitsweise der DFG veranstaltet. Initiiert hat die Veranstaltung das Wissenschaftskomitee des „National Council of the Ukraine for Development of Science and Technology“, das von der ukrainischen Regierung mit der Aufgabe betraut wurde, eine neue Forschungsförderorganisation, die „National Research Foundation of Ukraine“ (NRFU) zu gründen und ihre Statuten auszuarbeiten. Der Workshop sollte außerdem auch den am Reformprozess der ukrainischen Wissenschafts- und Forschungslandschaft beteiligten Institutionen einen Überblick über das Wissenschaftssystem in Deutschland geben. Entsprechend breit und hochrangig besetzt war der Teilnehmerkreis: Neben den Mitgliedern des Wissenschaftskomitees nahmen Vize-Wissenschaftsminister Strykha, Vize-Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Zagorodny, Direktor des „State Fund for Fundamental Research“ (SFFRU) Grynyov, Universitätsrektoren sowie Repräsentanten weiterer Ministerien teil; die deutsche Seite war durch den Wissenschaftsattaché der Deutschen Botschaft Leshchenko vertreten.

Die DFG pflegt gute Beziehungen zu verschiedenen Forschungs- und Wissenschaftsinstitutionen in der Ukraine. Der ukrainische Fond SFFRU, der wahrscheinlich in die neue Stiftung aufgehen wird, und die DFG riefen im September dieses Jahres eine Ausschreibung zur gemeinsamen Finanzierung von Forschungsprojekten in den Bereichen Physik und Mathematik mit Förderbeginn ab 2019 auf. Mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften wurde das seit 1995 bestehende Memorandum of Understanding anlässlich des Besuches des DFG-Präsidenten Prof. Strohschneider im April 2017 erneuert. Gute Kontakte unterhält die DFG ferner zum Wissenschaftsministerium, das vor allem im Rahmen des Umbaus des ukrainischen Wissenschaftssystems an der Expertise der DFG im Bereich Wissenschaftsmanagement interessiert ist. In einem Gespräch der Wissenschaftsministerin Hrynevych und dem DFG-Präsidenten Strohschneider im April dieses Jahres bot die DFG ihre Unterstützung beim Aufbau der neuen Förderorganisation an.

Gespräch am Rande des Workshops
Jörn Achterberg (DFG, l.) im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Wissenschaftskomitees, Anatolii Bilous (Nationale Akademie der Wissenschaften der Ukraine)
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Die neu zu gründende Stiftung soll eine hohe Akzeptanz bei den Akteuren des ukrainischen Wissenschaftssystems haben. Die Teilnehmer des Workshops waren daher besonders am inneren Aufbau der DFG und ihrer Verfahrensabläufe interessiert, die letztendlich für das Gelingen der DFG und ihrem hohen Ansehen als unabhängige und wissenschaftsgeleitete Forschungsförderorganisation beitragen. Dementsprechend breit war das Themenspektrum des Workshops, welches von der fünfköpfigen DFG-Delegation mit Herrn von Kreisler, Leiter der Abteilung Zentralverwaltung, Frau Zach, Gruppenleitung Physik und Mathematik, Frau Ochsenfeld-Repp, stellvertretende Gruppenleitung Qualitäts- und Verfahrensmanagement, Herrn Achterberg, Direktor Internationale Zusammenarbeit vorgestellt wurde. Es umfasste die DFG-Gremien, Fragen des Förderhaushalts, der Finanzierung und Administration von Projekten sowie Förderprogramme und Begutachtungsverfahren. Besonders interessiert zeigten sich die Teilnehmer an der vielfältigen deutschen Wissenschaftslandschaft, dem DFG-Begutachtungsverfahren mit den verschiedenen Prüfungsebenen, an der finanziellen Abwicklung von DFG-Projekten sowie an Überprüfungsverfahren bei der Verwendung von DFG-Mitteln.

Für die ukrainischen Kollegen war es sehr hilfreich, so das Resümee der Veranstaltung, einen Einblick in die verschiedenen Aspekte der Arbeit der DFG und ihre Erfahrungen zu erhalten sowie den Kontakt zu Ansprechpartnern der DFG-Geschäftsstelle herstellen zu können. Für die Zukunft ist geplant, mit der dann eingerichteten „National Research Foundation“ weitere themenspezifische Veranstaltungen durchzuführen.

Zusatzinformationen

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