Irans archäologisches Erbe – Alte Kulturen im Blickpunkt neuer Forschungen

Das Symposium in deutscher und englischer Sprache fand im Rahmen der Ausstellung „Iran – Frühe Kulturen zwischen Wasser und Wüste“ statt, die vom 13. April bis 20. August 2017 in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland gezeigt wird.

Blick über die teils schneebedeckten Ausgrabungsschnitte am Tappe Sialk
Blick über die teils schneebedeckten Ausgrabungsschnitte am Tappe Sialk im Januar 2004. Links die eisenzeitlichen Terrasse, im Hintergrund die Stadt Kaschan und die Karkas-Berge Provinz Markazi, Zentraliran
© Barbara Helwing
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Impressionen des internationalen Symposiums

Blick über die teils schneebedeckten Ausgrabungsschnitte am Tappe Sialk
Blick über die teils schneebedeckten Ausgrabungsschnitte am Tappe Sialk im Januar 2004. Links die eisenzeitlichen Terrasse, im Hintergrund die Stadt Kaschan und die Karkas-Berge Provinz Markazi, Zentraliran
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Archäologinnen und Archäologen aus Deutschland, Iran, Frankreich, Großbritannien, USA und Australien stellten während des Symposiums ihre neuesten Forschungsergebnisse vor. Im Bild: Gil Stein aus Chicago
Archäologinnen und Archäologen aus Deutschland, Iran, Frankreich, Großbritannien, USA und Australien stellten während des Symposiums ihre neuesten Forschungsergebnisse vor. Im Bild: Gil Stein aus Chicago
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„Wissenschaft und Öffentlichkeit profitieren gleichermaßen von Symposium“ DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek
„Wissenschaft und Öffentlichkeit profitieren gleichermaßen von Symposium“ DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek
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Prof. Gil Stein, Prof. Eva Cancik-Kirschbaum, Prof. Hermann Parzinger, Moderator Dr. Christian Vogg, Prof. Barbara Helwing, Martin Kobler und Prof. Seyyed Beheshti (v.l.n.r., im Hintergrund der Übersetzer) diskutierten auf dem Podium über „Das archäo
Prof. Gil Stein, Prof. Eva Cancik-Kirschbaum, Prof. Hermann Parzinger, Moderator Dr. Christian Vogg, Prof. Barbara Helwing, Martin Kobler und Prof. Seyyed Beheshti (v.l.n.r., im Hintergrund der Übersetzer) diskutierten auf dem Podium über „Das archäologische Erbe – Neue Perspektiven im Widerstreit zwischen Forschung und Nutzung“
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Drei Tage lang besuchten nicht nur Fachleute, sondern auch interessierte Bürgerinnen und Bürger das Symposium
Drei Tage lang besuchten nicht nur Fachleute, sondern auch interessierte Bürgerinnen und Bürger das Symposium
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Tal des Seimarreh, Lorestan, Westiran
Tal des Seimarreh, Lorestan, Westiran
© Barbara Helwing


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Vom 7. bis 9. Juli 2017 war die interessierte Öffentlichkeit zu der wissenschaftlichen Tagung in die Kunst und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn geladen. Neben einem abschließenden Podiumsgespräch gab es bei dem von DFG und Bundeskunsthalle gemeinsam veranstalteten Format insgesamt 13 Fachvorträge von Archäologinnen und Archäologen aus Deutschland, Iran, Frankreich, Großbritannien, USA und Australien.

Die Landschaft des heutigen Iran, welche auch den Ostrand des fruchtbaren Halbmonds umfasst, gehört nicht nur zu einer Region, in der die ältesten Hinweise menschlicher Sesshaftwerdung zu finden sind, sondern bot auch den frühesten städtischen Kulturen einen idealen Siedlungsraum. Neben archäologischen Zeugnissen aus einer vieltausendjährigen Besiedlungsgeschichte finden sich auch Relikte antiker Rohstoffgewinnung und früheste Systeme der Wassernutzung, die den Reichtum der dort lebenden frühen Zivilisationen maßgeblich mit begründeten.

Seit der Revolution 1979 war das Land für archäologische Forschung kaum zugänglich. Erst in den letzten Jahren fand eine sichtbare Öffnung statt und ermöglichte der internationalen Wissenschaft Zugang zu gemeinsamen Forschungsvorhaben mit iranischen Partnern. Im Rahmen des Symposiums stellten führende internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dieses reiche archäologische Erbe mit neuen Forschungsergebnissen vor und erörterten auch seine Bedeutung für den Erhalt und die Bewahrung des menschlichen Kulturerbes.

DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek hob in ihrem Grußwort die generelle Bedeutung einer solchen wissenschaftlichen Tagung hervor. Als begleitendes Symposium zu einer Ausstellung diene es dazu, wissenschaftliche Erkenntnisse in den öffentlichen Raum einer Ausstellung zu stellen. Dabei handele es sich um eine wechselseitige Beziehung: „Wissenschaftliche Erkenntnisse werden mithilfe der Ausstellung einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht, während umgekehrt archäologische Funde erst durch wissenschaftliche Erläuterung und Interpretation verstanden werden. Dergestalt profitieren dann Wissenschaft und die breitere Öffentlichkeit gleichermaßen von diesem Austausch“, sagte Dzwonnek.

Die Generalsekretärin ließ auch nicht unerwähnt, dass deutsche Archäologinnen und Archäologen zu den ersten Wissenschaftlern gehörten, die zu Beginn des neuen Jahrtausends nach einer mehr als 20-jährigen weitgehenden Isolation Irans dort wieder archäologische Feldforschungen in Kooperation mit iranischen Kolleginnen und Kollegen aufnehmen konnten. „Das im Jahr 2000 vom Deutschen Archäologischen Institut, der Berguniversität Freiberg und dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum zusammen mit iranischen Partnern initiierte Projekt ‚Ancient Mining and Metallurgy‘ war also ein echter Neubeginn, den die DFG gerne gefördert hat“, so Dzwonnek. Seitdem sei der wissenschaftliche Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Iran und Deutschland trotz eines sicherlich nicht einfachen politischen Umfelds gewachsen und werde getragen von gegenseitigem Respekt und Vertrauen, auch mit Blick auf die Verantwortung für das gemeinsame Kulturerbe beider Länder.

Prof. Gil Stein, Prof. Eva Cancik-Kirschbaum, Prof. Hermann Parzinger, Moderator Dr. Christian Vogg, Prof. Barbara Helwing, Martin Kobler und Prof. Seyyed Beheshti (v.l.n.r., im Hintergrund der Übersetzer) diskutierten auf dem Podium über „Das archäo
Prof. Gil Stein, Prof. Eva Cancik-Kirschbaum, Prof. Hermann Parzinger, Moderator Dr. Christian Vogg, Prof. Barbara Helwing, Martin Kobler und Prof. Seyyed Beheshti (v.l.n.r., im Hintergrund der Übersetzer) diskutierten auf dem Podium über „Das archäologische Erbe – Neue Perspektiven im Widerstreit zwischen Forschung und Nutzung“
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Impressionen des internationalen Symposiums

Blick über die teils schneebedeckten Ausgrabungsschnitte am Tappe Sialk
Blick über die teils schneebedeckten Ausgrabungsschnitte am Tappe Sialk im Januar 2004. Links die eisenzeitlichen Terrasse, im Hintergrund die Stadt Kaschan und die Karkas-Berge Provinz Markazi, Zentraliran
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Archäologinnen und Archäologen aus Deutschland, Iran, Frankreich, Großbritannien, USA und Australien stellten während des Symposiums ihre neuesten Forschungsergebnisse vor. Im Bild: Gil Stein aus Chicago
Archäologinnen und Archäologen aus Deutschland, Iran, Frankreich, Großbritannien, USA und Australien stellten während des Symposiums ihre neuesten Forschungsergebnisse vor. Im Bild: Gil Stein aus Chicago
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„Wissenschaft und Öffentlichkeit profitieren gleichermaßen von Symposium“ DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek
„Wissenschaft und Öffentlichkeit profitieren gleichermaßen von Symposium“ DFG-Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek
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Prof. Gil Stein, Prof. Eva Cancik-Kirschbaum, Prof. Hermann Parzinger, Moderator Dr. Christian Vogg, Prof. Barbara Helwing, Martin Kobler und Prof. Seyyed Beheshti (v.l.n.r., im Hintergrund der Übersetzer) diskutierten auf dem Podium über „Das archäo
Prof. Gil Stein, Prof. Eva Cancik-Kirschbaum, Prof. Hermann Parzinger, Moderator Dr. Christian Vogg, Prof. Barbara Helwing, Martin Kobler und Prof. Seyyed Beheshti (v.l.n.r., im Hintergrund der Übersetzer) diskutierten auf dem Podium über „Das archäologische Erbe – Neue Perspektiven im Widerstreit zwischen Forschung und Nutzung“
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Drei Tage lang besuchten nicht nur Fachleute, sondern auch interessierte Bürgerinnen und Bürger das Symposium
Drei Tage lang besuchten nicht nur Fachleute, sondern auch interessierte Bürgerinnen und Bürger das Symposium
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Tal des Seimarreh, Lorestan, Westiran
Tal des Seimarreh, Lorestan, Westiran
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Mit dem archäologischen Erbe beschäftigte sich auch eine Podiumsdiskussion zum Abschluss des Symposiums und stellte dabei „neuen Perspektiven im Widerstreit zwischen Forschung und Nutzung“ in den Mittelpunkt. Wie gehen wir mit unseren archäologischen Stätten und Artefakten um? Diese Frage hat in jüngster Zeit durch mutwillige – auch ideologisch oder religiös bedingte – Zerstörungen in Afrika, zum Beispiel in Mali, und im Nahen Osten, etwa in Syrien und im Irak durch den sogenannten Islamischen Staat, neue internationale Aufmerksamkeit erhalten. Kriegerische Konflikte stellen jedoch nicht die einzige Gefahr für das archäologische Erbe dar: Auch die Folgen des Klimawandels sowie ein stetig wachsender Bedarf an Siedlungs- und landwirtschaftlicher Anbaufläche bedrohen in vielen Ländern archäologische Stätten.

Zudem pilgern Jahr für Jahr Hundertausende von Besucherinnen und Besuchern aus aller Welt zu den archäologischen Stätten im Nahen und Mittleren Osten – hier liegen viele für die Entwicklung der Menschheitsgeschichte bedeutende Orte. Ein solcher Kulturtourismus stellt dort eine wichtige oder gar die wichtigste Wirtschaftsquelle dar. Gleichzeitig können eine unsachgemäße Erschließung und der unkontrollierte Zugang zu den antiken Ruinen zu ihrer Zerstörung beitragen. Deshalb gilt es – da waren sich die Diskutanten auf dem Podium einig – das Bewusstsein der lokalen Bevölkerung für den Wert des Kulturerbes und für das Geschichtsbild des eigenen Landes zu entwickeln und zu schärfen.

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