Wie steht die DFG zur Stammzellforschung?

Der Einsatz von humanen embryonalen Stammzellen in der Forschung hat in Deutschland eine intensive ethische und politische Debatte in Gang gesetzt. Die DFG hat dazu mehrfach Stellung bezogen. In ihren Empfehlungen vom Mai 2001 spricht sie sich dafür aus, die Forschung an menschlichen Stammzellen unter streng kontrollierten, eng begrenzten Bedingungen zu ermöglichen.

Stellungnahme 2006

Aufgrund wichtiger Erkenntnisse der internationalen Stammzellforschung seit 2001 hat die DFG 2006 ihre bislang jüngste Stellungnahme mit Empfehlungen veröffentlicht. Gerade die Forschung mit humanen embryonalen Stammzellen habe das Wissen über die Eigenschaften von Stammzellen, beispielsweise im Zusammenhang mit regenerativen Zelltherapien oder der Untersuchung genetischer Krankheiten erheblich erweitert und präzisiert. Die Wissenschaft in Deutschland könne allerdings aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen auf diesem Gebiet nur einen begrenzten Beitrag leisten. Durch die im Stammzellgesetz von 2002 festgelegte Stichtagsregelung und die Strafandrohung seien deutsche Forscher vom Zugriff auf neue Zelllinien und von der Arbeit in internationalen Projekten weitgehend ausgeschlossen.

Die aktualisierte Printpublikation in Deutsch/Englisch ist im April 2007 im Wiley-Verlag erschienen unter dem Titel:

  • "Stammzellforschung in Deutschland – Möglichkeiten und Perspektiven/ Stem Cell Research in Germany – Possibilities and Perspectives" Hrsg. von der Senatskommission für Grundsatzfragen der Genforschung

Stellungnahme 2005

Anlässlich der Befürwortung einer "neuen Kultur der Wissenschaft" von Bundeskanzler Gerhard Schröder in seiner Rede vom 14. Juni 2005 in Göttingen fordert die DFG nun eine Änderung des Stammzell-Import-Gesetzes. Laut Stellungnahme des DFG-Präsidenten Ernst-Ludwig Winnacker sei Schröders Ziel einer neuen Kultur der Wissenschaft in Deutschland nur durch eine Neuregelung der derzeitigen Gesetzgebung in diesem Gebiet möglich.

Stellungnahme 2001

In der Stellungnahme vom Mai 2001 legte die DFG unter Berücksichtigung wissenschaftlicher, rechtlicher und ethischer Aspekte einen Stufenplan zur Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen vor, der vor dem Hintergrund des damaligen Wissensstandes vor allem die Erforschung des Potenzials gewebespezifischer Stammzellen empfahl. Die DFG betonte jedoch gleichzeitig die Notwendigkeit, Forschung an humanen embryonalen Stammzellen auch in der Bundesrepublik innerhalb eng gesteckter und kontrollierter Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Diese Empfehlungen wurden in dem im Jahr 2002 verabschiedeten Stammzell-Import-Gesetz zu großen Teilen berücksichtigt. Die Stellungnahme der DFG liegt in einer deutsch/englischen Publikation vor, die auch die Gesetzestexte des einschlägigen Embryonen-Schutz-Gesetzes sowie des Stammzell-Import-Gesetzes enthält. Eine weitere Publikation von 2003 stellt zwei Rechtsgutachten vor, die sich mit den Rahmenbedingungen der Forschung mit humanen embryonalen Stammzellen für deutsche Wissenschaftler im In- und Ausland befassen.

Zusatzinformationen

Weitere Informationen

Mit den Entwicklungen, Perspektiven und Problemen in diesem Forschungsfeld befasst sich auch die DFG-Senatskommission für Grundsatzfragen der Genforschung.

Weitere Informationen

Bei Interesse an DFG-Publikationen wenden Sie sich bitte an die Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Michael Hönscheid (0228/885-2109 bzw. michael.hoenscheid@dfg.de)

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