Die DFG fördert neben Vorhaben, die auf Information und Bewusstseinsbildung zum Thema Open Access zielen, insbesondere Projekte zur Unterstützung von Open Access Zeitschriften („Goldener Weg“) und Open Access Repositorien („Grüner Weg“ des Open Access).
Open Access und Forschungsförderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft
Forschungsrelevante Roh- und Primärdaten, auf denen wissenschaftliche Publikationen basieren, können in herkömmlichen Medien nicht oder nur unzureichend kommuniziert werden. Oftmals hohe Lizenzgebühren für elektronische Publikationen erschweren den wissenschaftlichen Austausch.
Demgegenüber können über das Internet entgeltfrei zugängliche elektronische Publikationen (Open Access Publikationen) ohne jede Einschränkung rezipiert werden und wissenschaftliche Roh- und Primärdaten vermitteln. Zwar kommt der elektronischen Veröffentlichung je nach Disziplin ein unterschiedlicher Stellenwert zu, in manchen Fächern ist sie umstritten, und die Entwicklung ist noch im Fluss. Doch werden elektronische Publikationen nach gegenwärtiger Erfahrung häufiger zitiert als herkömmliche Publikationen und lenken die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Öffentlichkeit in hohem Maße auf sich; ihr zentraler Nachweis schafft eine breite Basis für innovative Forschungen.
Deshalb hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft am 22. Oktober 2003 die „Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“ unterzeichnet und sich so zu den Bemühungen bekannt, den Fortschritt der Wissenschaft durch die Forderung nach leicht zugänglichen, frei verfügbaren elektronischen Publikationen zu unterstützen und die auf der Dokumentation des kulturellen Erbes aufsetzende Forschung zu erleichtern.
Im Januar 2006 hat der Hauptausschuss der DFG Richtlinien für das Open Access Publizieren verabschiedet. Demnach sollen Projektnehmer der DFG ihre Forschungsergebnisse nach Möglichkeit (auch) digital und für Nutzer entgeltfrei über das Internet bereitstellen. Dazu wird die Veröffentlichung in geeigneten Open Access Zeitschriften oder die nachträgliche Bereitstellung bereits publizierter Aufsätze über Open Access Repositorien empfohlen.
Im März 2009 reagierte die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen auf Kritik am Open Access Modell und wies die Unterstellung, sie wolle die Freiheit zur Veröffentlichung in grundgesetzwidriger Weise beschneiden, als inakzeptabel zurück. Die Allianz-Initiative "Digitale Information" verfolge im Gegenteil das Ziel, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der bestmöglichen Informationsinfrastruktur auszustatten.