Immunantwort auf Ebola

Mikroskop Aufnahme von mit Ebola infiziertem Lebergewebe
Mikroskop Aufnahme von mit Ebola infiziertem Lebergewebe
© Creative Commons /Pixnio

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Schlimme Folgen für Westafrika hatte 2014/2015 der größte Ebola-Ausbruch in der Geschichte. Damals erkrankten 28 000 Menschen, mehr als 11 000 starben. Infektionskrankheiten wie Ebola und Lassa sind aktueller denn je und zählen zu den globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Um sie zu bekämpfen, arbeiten Hamburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNIT) und vom Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie (HPI), in dem seit 2016 mit Sachbeihilfe unterstützten Projekt „Das immunologische Gedächtnis von Ebola- und Lassa-Viren in Guinea: Implikationen für Prävention und Behandlung“ eng mit Forscherinnen und Forschern der Universität Conakry in Guinea zusammen.

Zweifelsohne gehört das Ebola-Virus zu den gefährlichsten Viren der Welt. Eine Impfung oder eine Therapie existiert bisher nicht. Weniger gefährlich, aber trotzdem eine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit in Westafrika ist das Lassa-Fieber. Beide Krankheiten gehen mit Blutungen einher und gehören zu den sogenannten viralen hämorrhagischen Fiebern. Sie stehen im Mittelpunkt des deutsch-afrikanischen Kooperationsprojekts. Das partnerschaftliche Verhältnis existiert seit Jahren und bildet die Basis für das Projekt, das die DFG im Rahmen ihrer Afrika-Initiative fördert. Zwei guineische Nachwuchswissenschaftler promovieren innerhalb der dreijährigen Förderperiode, während derer sie zwischen Deutschland und Guinea pendeln. In Hamburg lernen sie neue Technologien kennen, um sie in Westafrika zu etablieren. „Wir wollen die besten Forscher aus Guinea für neue Herausforderungen in Afrika wappnen“, erklärt Projektsprecher Cesar Munoz-Fontela vom HPI. Diese Absicht zählt auch zu den Zielen der DFG-Afrika-Initiative.

„Unser wissenschaftliches Ziel ist es, die Immunantwort beider Krankheiten zu verstehen“, sagt Munoz-Fontela. Aktuell sei unklar, ob Menschen, die das Lassa-Fieber oder eine Ebola-Erkrankung überlebt haben, ein wirksames immunologisches Gedächtnis besitzen. Die Immunität bei Ebola-Überlebenden bestehe möglicherweise nur gegen jenen spezifischen Ebola-Virus-Stamm, der die Erkrankung verursacht hat. „Ungeklärt ist auch, wie lange ein solches Gedächtnis funktioniert und welche immunologischen Mechanismen dafür verantwortlich sind“, sagt Munoz-Fontela – Fragen, die das Kooperationsprojekt aufgreift.

Geforscht wird vor Ort. „Wir haben in Guinea eine Gruppe von etwa 50 Frauen und Männern, die wir schon während des Ebola-Ausbruchs betreut haben und die überlebt haben“, so Munoz-Fontela. Verschiedene Blutuntersuchungen sollen beispielsweise Aufschluss über die Immunität der Genesenen geben: Welche neu­tralisierenden Antikörper spielen bei Lassa und Ebola eine Rolle? Denkbar wäre auch, Akutpatienten mit dem Blutplasma der Überlebenden zu behandeln. Und sollte sich herausstellen, dass das immunologische Gedächtnis lebenslang gegen Ebola oder Lassa schützt, könnten diese Menschen bei erneuten Ausbrüchen als Ersthelfer eingesetzt werden.

Insgesamt will das Projekt ein weiteres Puzzleteil liefern, um das Gesamtbild von Ebola und Lassa besser zu verstehen. Indem die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre „Feinde“ möglichst genau kennenlernen, können sie sie effektiver bekämpfen – auf molekularbiologischer und strategischer Ebene.

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