Gelebte Integration

Auwälder sind die Regenwälder Europas: Mit dem Leipziger Auwald-Kran verschaffen sich iDiv-Forscher Zugang in das luftige Ökosystem. Der Schwerpunkt der Untersuchungen liegt in der Erforschung der Artenvielfalt des Kronenraums. Da man bislang so gut
Auwälder sind die Regenwälder Europas: Mit dem Leipziger Auwald-Kran verschaffen sich iDiv-Forscher Zugang in das luftige Ökosystem. Der Schwerpunkt der Untersuchungen liegt in der Erforschung der Artenvielfalt des Kronenraums. Da man bislang so gut wie keinen Zugang zu den Baumkronen hatte, ist ihre Biodiversität auch in einem so gut erforschten Land wie Deutschland nahezu unbekannt.
© Ronny Richter/iDiv

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Rund um die Erde verschwindet die biologische Vielfalt. Längst ist der Artenverlust kein lokales Problem mehr, sondern eine globale Herausforderung: Was verlieren wir durch den Verlust? Die Biodiversität auf allen Ebenen zu verstehen, steht im Fokus des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig, dessen zweite Förderperiode 2016 bewilligt wurde. „Zentrales Ziel des DFG-Forschungszentrums ist es, die wissenschaftliche Basis für ein nachhaltiges Management der biologischen Vielfalt bereitzustellen“, sagt iDiv-Geschäftsführerin Sabine Matthiä.

2012 ins Leben gerufen, hat das Konsortium aus elf Wissenschaftseinrichtungen in drei verschiedenen Bundesländern nur vier Jahre gebraucht, um international sichtbar zu werden. Acht Professorinnen und Professoren samt vier Nachwuchsgruppen fokussieren ihre Forschung im Universitätsverbund Halle-Jena-Leipzig auf vier Kernfragen, die sie integrativ bearbeiten und im engen Schulterschluss mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung zu beantworten suchen: Wie lässt sich Artenvielfalt erfassen? Wie entsteht Biodiversität? Welchen Einfluss hat sie auf die Funktionen von Ökosystemen? Und: Wie kann man sie schützen? Dabei geht es nicht allein darum, noch mehr neue Daten zu gewinnen, sondern vorhandenes Wissen, Theorien und Hypothesen aufzubereiten und zu neuen Erkenntnissen zu „synthetisieren“, sodass die empirisch arbeitenden Gruppen zielgenau Daten zu den Schlüsselmechanismen erheben können. Diese Kombination macht die Einzigartigkeit des iDiv-Konzepts aus.

Vor diesem Hintergrund ist das Herzstück des Zentrums das Synthesezentrum sDiv, eine Art internationales Begegnungszentrum mit hohem wissenschaftlichem Output. In den vergangenen drei Jahren nahmen rund 700 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 38 Ländern an knapp 60 Arbeitsgruppentreffen teil. In jedem Workshop dabei: iDiv-Forscherinnen beziehungsweise iDiv-Forscher, die die wissenschaftliche Vernetzung ins aktive iDiv-Forschungsumfeld mit über 100 Mitgliedern sicherstellen. „Die Integration als Zentrum im Zentrum‘ ist entscheidend und unterscheidet sDiv von anderen allein stehenden Synthesezentren“, erklärt Rebecca Thier-Lange, die wissenschaftliche Koordinatorin.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den verschiedenen Disziplinen und Ländern diskutieren in den Workshops ihre Daten, stellen Verbindungen zwischen ihren Erkenntnissen her und analysieren sie. Das „Synthese-Konzept“ trägt bereits Früchte: Mehr als 100 wissenschaftliche Publikationen wurden in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht, neue gemeinsame Projekte wie die globale Vegetationsdatenbank sPlot sind entstanden, und diverse Drittmittelanträge wurden erfolgreich beantragt – gelebte wissenschaftliche Integration. „In der Biodiversitätsforschung ermöglicht erst die wissenschaftliche Synthese, die angesprochene Komplexität zu durchdringen und Muster, Antworten und Lösungen für einige der großen Herausforderungen und Fragen zu finden, vor denen wir Wissenschaftler und die gesamte Gesellschaft stehen“, so iDiv-Direktor Christian Wirth.

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