Lebenswissenschaften

Vom Klostergarten zur Keimzelle

Ein Dossier aus dem Jahresbericht 2015

Ausgerechnet ein Erbsenzähler gilt als Vater der Genetik: Der Augustinermönch Gregor Mendel begann 1854 mit seinen bahnbrechenden Kreuzungsversuchen an Erbsenpflanzen und entdeckte dabei die grundlegenden Gesetze der Vererbung. Die moderne Genetik stellt heute zwar gänzlich andere Fragen als die Wissenschaft zu Mendels Zeiten. Doch Pflanzen als Modellorganismen spielen noch immer eine wichtige Rolle. Das Spektrum der 2015 von der DFG geförderten Projekte in den Lebenswissenschaften spiegelt die Bedeutung der Genetik wider: Die Vielfalt reicht von Qualitätskontrollen auf Zellebene über Fruchtbarkeit, Alterung und Gesundheit bis hin zu Viren, die sich vor Jahrmillionen in unser Erbgut eingeschlichen haben.

Retroviren im menschlichen Erbgut

Mit Viren verbinden wir vor allem Krankheit und Tod. Doch etwa acht Prozent unseres Erbguts besteht aus retroviraler DNA. Einmal eingebaut, wurden diese „Proviren“ von Generation zu Generation an neu entstehende Arten vererbt. [ mehr ]

Wie Epidemien entstehen

Ob SARS, MERS oder die Vogelgrippe – jedes Mal, wenn neue Virusepidemien aus dem Tierreich ausbrechen, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit: Wie schnell wird das Virus entdeckt, wann steht ein Impfstoff bereit? Das Virus gibt das Tempo vor, die Medizin kann nur reagieren. Läßt sich dieses Muster ändern? [ mehr ]

Keine Zelle ist wichtiger als die Keimzelle

Die Reifeteilung der Keimzellen, die Meiose, ist ein hoch komplizierter Prozess. Während alle anderen menschlichen Zellen 23 Chromosomenpaare besitzen, verfügen die Geschlechtszellen nur über 23 einzelne Chromosomen. Sie sind die Basis allen sexuell reproduzierenden Lebens. [ mehr ]

Viel Nachwuchs, kürzeres Leben

Wer viel Nachwuchs bekommt, lebt kürzer: Das gilt für Hund und Katze genauso wie für den Menschen. Die Wissenschaft erklärt dieses Phänomen unter anderem damit, dass jeder Organismus nur über endliche Energieressourcen verfügt. Entweder investiert er sie in körperliche Fitness oder in Nachwuchs. [ mehr ]

Nadel im Heuhaufen

SMA ist eine seltene Motoneuronenerkrankung, bei der Nervenzellen erkranken, die für die willkürlichen Bewegungen der Muskulatur wie Krabbeln, Laufen oder Schlucken zuständig sind. Forscherinnen und Forscher identifizierten nun das Gen, das die Hauptursache einer Form der SMA ist. [ mehr ]

Qualitätskontrolle auf Zellebene

Der Name verrät schon: Die messenger-RNA, kurz mRNA, übernimmt eine Botenfunktion. Sie trägt die genetische Information der DNA aus dem Zellkern ins Zellplasma und liefert den Bauplan für das benötigte Protein. Ein Heisenberg-Stipendiat arbeitet daran, die Mechanismen zu entschlüsseln. [ mehr ]

Software für die Genetik

Die digitale Datenflut wird immer größer. Doch was nutzen Daten, wenn die Methoden zu deren Analyse nicht mithalten können? Ein deutsch-kanadisches Graduiertenkolleg richtet seinen Fokus auf bioinformatische Methodenentwicklung für die Genomforschung. [ mehr ]

Der Dürre trotzen

Längere Dürreperioden und kürzere Regenzeiträume, die sich zudem immer schwerer vorhersagen lassen, machen auch vor Deutschland nicht Halt. Vor allem Pflanzen mit kürzeren Wurzeln leiden unter der Trockenheit. Die sogenannte Trockentoleranz bei Pflanzen gewinnt weltweit an Bedeutung. [ mehr ]

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