Knowledge Exchange Workshop

Making Data Count

"Making Data Count: Research data availability and research assessment" – ein Workshop des Kompetenznetzwerks Knowledge Exchange zur Nutzung von Forschungsdaten

Bild einer Sitzung von Knowledge Exchange
"Making Data Count: Research data availability and research assessment" hieß das Thema des Workshops von Knowledge Exchange am 11. und 12. April 2013 in Berlin
© DFG / Bernd Wannenmacher

Am 11. und 12. April 2013 haben auf Einladung des Kompetenznetzwerkes Knowledge Exchange über 80 Teilnehmer aus zahlreichen europäischen Ländern in Berlin Möglichkeiten der Etablierung einer wissenschaftsadäquaten „Kultur des Datenaustauschs“ thematisiert. Während der Konferenz definierten und diskutierten Experten und Repräsentanten von Forschungsinstitutionen, Universitäten, Akademien, Förderorganisationen, themenspezifischen EU-Projekten und der Europäischen Kommission verschiedene Bedingungen für die Anerkennung der Forschungsdatenverfügbarmachung in Prozessen, die der Gewinnung von wissenschaftlicher Formalreputation dienen. Eine solche Anerkennung ist eine wichtige Voraussetzung für die Bereitschaft von einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, aber auch von Institutionen, ihre in öffentlich finanzierter Forschung gewonnenen Daten auch für die Nachnutzung durch Dritte aufzubereiten und langfristig verfügbar zu machen. Gegenwärtig finden derlei Leistungen, sowie ähnliche oder damit verbundene Aufgaben wie die Entwicklung von Software, bei akademischen Berufungs-, Beförderungs- oder Förderentscheidungen keine Berücksichtigung.

Zum Auftakt beleuchteten hochrangige Vortragende die „Perspektiven der Berücksichtigung von Forschungsdaten bei der Evaluation von Wissenschaft“ aus Sicht forschungsstarker europäischer Universitäten (Dr. Katrien Maes, LERU), der deutschen Sozialwissenschaften (Denis Huschka, RatSWD) und der Forschungsförderer (Prof. Geoffrey Boulton, Royal Society/University of Edinburgh). Im Anschluss stellte das Zentrum für wissenschaftliche und technologische Studien (CWTS) der Universität Leiden den Knowledge Exchange-Bericht „The Value of Research Data. Metrics for datasets from a cultural and technical point of view“ vor, der die Frage behandelt, inwiefern metrische Analysen von Forschungsdatenpublikationen möglicherweise zur Schaffung von Anreizen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beitragen könnten. Eine Gesprächsrunde, die aus Forschenden mit verschiedenen fachlichen Hintergründen sowie aus Forschungsförderern bestand, befasste sich dann mit der grundsätzlichen Notwendigkeit sowie mit Voraussetzungen für die Anerkennung der Forschungsdatenverfügbarmachung in der wissenschaftlichen Evaluation. Schließlich behandelte der Workshop einzelne Themenfelder in kleineren Diskussionsgruppen. Diese gingen den Fragen nach, welche Anforderungen an die „Qualitätssicherung für die Veröffentlichung von Daten“, an „Erweiterte Publikationen – Die Verbindung von Daten mit anderen Forschungsinformationen“, „Neue Messgrößen und Zitationssysteme für die Datenveröffentlichung“, „Verhaltenskodices für den Datenaustausch“ und an die „Forschungsevaluation an Universitäten und in Förderorganisationen“ zu stellen seien. Die Ergebnisse der separaten Diskussionen flossen abschließend in Empfehlungen bezüglich der Schritte ein, welche in den einzelnen Bereichen zu gehen seien.

Den Rahmen für die europäische Veranstaltung gab die Neue Mälzerei
Den Rahmen für die europäische Veranstaltung gab die Neue Mälzerei
© DFG / Bernd Wannenmacher

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Grundsätzlich müsse die Bereitstellung von Forschungsdaten als eine zentrale Aufgabe der Wissenschaft gesehen werden, die nicht nur der Überprüfbarkeit der Ergebnisse, sondern auch der Entwicklung neuer Forschung diene. Die Nichtzugänglichkeit von Daten sollte als schlechte wissenschaftliche Praxis verstanden werden, doch gebe es Abstufungen der Zugänglichkeit auch in Bezug auf die Adressaten von Forschungsergebnissen. Ein Wandel der „Kultur des Datenaustauschs“ hänge vor allem von den disziplinspezifischen Gegebenheiten ab, die Nachnutzbarkeit von Daten müsse aber interdisziplinär gewährleistet sein. Dabei spiele das Konzept der „intelligenten Zugänglichkeit“ eine entscheidende Rolle. So müssten Daten zugänglich, aber auch intelligibel, bewertbar und interpretierbar sein. Sowohl die Qualitätssicherung für Daten als auch der Einbezug der Datenpublikation in Evaluationsverfahren sei disziplinspezifisch zu bestimmen, wobei die zunehmend digitale Forschung neue Aufgaben und Perspektiven schaffe und daher teilweise eine Neuverteilung der Arbeitsschritte nötig mache. Insbesondere die Fachgemeinschaften und -verbände sowie die Universitäten als akademische Ausbildungsstätten hätten einen starken Einfluss auf die Implementierung von Aktivitäten des Datenaustauschs unter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und sollten diese Rolle aktiv gestalten. Dabei solle neben der Strategieentwicklung, des Datenmanagements und der Entwicklung von Kriterien für die Berufung in Universitäten und Forschungseinrichtungen auch die Etablierung und Anerkennung von entsprechenden neuen Berufen, z.B. des Datenwissenschaftlers, berücksichtigt werden. Eine adäquate Ausrichtung an den teilweise neuartigen Gegebenheiten des wissenschaftlichen Arbeitens im digitalen Zeitalter sei notwendig. Im Kontext der stärker kooperativ arbeitenden E-Science sollten langfristig wissenschaftsadäquate Spezifikationen auch der Förderorganisationen einen Einbezug aller wissenschaftlich relevanten Forschungsergebnisse in die Begutachtungsprozesse erlauben, wobei der impact von Forschungsdaten disziplinspezifisch, zweckabhängig, langfristig und holistisch zu definieren sei. Man solle sich keinesfalls lediglich auf metrische Analysen stützen, diese könnten allerdings in ausgewählten Fällen zum Aspekt der inhaltlichen Qualität der Forschung hinzutreten, wenn sie transparent definiert seien und einen klaren Zweck verfolgten. Die Kosten für die Datenverfügbarmachung seien als Kosten der Wissenschaft zu verstehen.

Das Kompetenznetzwerk Knowledge Exchange besteht aus nationalen Informationsinfrastrukturfördereinrichtungen aus Dänemark (DEFF), Deutschland (DFG), Finnland (CSC), Großbritannien (JISC) und den Niederlanden (SURF) und dient dem Ausbau der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) für Forschung und Lehre. Im Mittelpunkt stehen vor allem die Entwicklung gemeinsamer Strategien und die Vereinbarung einheitlicher oder kompatibler Lösungen. Sie sollen dafür sorgen, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ebenso wie Studierende mit nutzerfreundlichen Systemen über nationale Grenzen hinaus Zugang zu allen wissenschaftlich relevanten Informationen erhalten.


Making Data Count Knowledge Exchange Workshop 01

Zusatzinformationen


Impressionen des Treffens

Bild einer Sitzung

Impressionen des Treffens

Den Auftakt gab Simon Hodson vom Knowledge Exchange Partner JISC mit dem Vortrag “Setting the Stage: What is at stake?”
Den Auftakt gab Simon Hodson vom Knowledge Exchange Partner JISC mit dem Vortrag “Setting the Stage: What is at stake?”
© DFG / Bernd Wannenmacher


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Angela Holzer, DFG, stellte die Inhalte der Tagung vor. Darunter die Studie “The Value of Research Data: Metrics for datasets from a cultural and technical point of view” des Centre for Science and Technology Studies (CWTS), Leiden/Niederlande.
Angela Holzer, DFG, stellte die Inhalte der Tagung vor. Darunter die Studie “The Value of Research Data: Metrics for datasets from a cultural and technical point of view” des Centre for Science and Technology Studies (CWTS), Leiden/Niederlande.
© DFG / Bernd Wannenmacher


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Rodrigo Costas vom CWTS schilderte die Inhalte der Studie im Detail.
Rodrigo Costas vom CWTS schilderte die Inhalte der Studie im Detail.
© DFG / Bernd Wannenmacher


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Die rund 80 Teilnehmenden diskutierten in Round Table Talks...
Die rund 80 Teilnehmenden diskutierten in Round Table Talks...
© DFG / Bernd Wannenmacher


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... und verschiedenen Break out Groups...
... und verschiedenen Break out Groups...
© DFG / Bernd Wannenmacher


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... die Facetten des Themas.
... die Facetten des Themas.
© DFG / Bernd Wannenmacher


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Geoffrey Boulton von der Royal Society sprach zu „Open data. Why and how it matters to funders“.
Geoffrey Boulton von der Royal Society sprach zu „Open data. Why and how it matters to funders“.
© DFG / Bernd Wannenmacher


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Katrien Maes von der League of European Research Universities (LERU) beleuchtete das Thema “Research universities, assessment and open data: from challenges to opportunities”.
Katrien Maes von der League of European Research Universities (LERU) beleuchtete das Thema “Research universities, assessment and open data: from challenges to opportunities”.
© DFG / Bernd Wannenmacher


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Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diskutierten im Round Table die Notwendigkeit, Datentausch in wissenschaftlichen Evaluationsverfahren anzuerkennen.
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diskutierten im Round Table die Notwendigkeit, Datentausch in wissenschaftlichen Evaluationsverfahren anzuerkennen.
© DFG / Bernd Wannenmacher


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