Trilateraler DFG-Workshop in Rauischholzhausen
© Karsten Schacht, Münster
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Partner aus Deutschland, Israel und Palästina erforschen Oberflächenphänomene
© Karsten Schacht, Münster
In einer historisch einzigartigen Konstellation fördert die DFG im Rahmen ihres trilateralen Programms mit deutschen, israelischen und palästinensischen Partnern zur Zeit drei bodenkundliche Projekte, die sich alle vornehmlich mit Oberflächenphänomenen beschäftigen. Aus diesem Anlass trafen sich vom 26. bis 29. März 2012 insgesamt 35 Beteiligte aus rund zehn Institutionen zu einem gemeinsamen Workshop im Schloss Rauischholzhausen bei Gießen. Außerdem waren zwei DFG-Gutachter und die Programmdirektorin der Lebenswissenschaften der DFG, Dr. Patricia Schmitz-Möller, mit dabei.
© Institut für Bodenkunde und Bodenerhaltung, Universität Gießen
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Gruppenbild des Treffens in Rauischholzhausen
© Institut für Bodenkunde und Bodenerhaltung, Universität Gießen
Während zwei der Projekte die Folgen der Bewässerung mit behandeltem Abwasser aus der Olivenölproduktion (Leitung: Professorin Gabriele Schaumann, Uni Landau), beziehungsweise aus kommunalen Kläranlagen (Professor Bernd Marschner, Uni Bochum) auf Böden untersuchen, befasst sich das dritte mit biologischen Bodenkrusten in der Negev-Halbwüste, welche der Desertifikation entgegenwirken (Professor Peter Felix-Henningsen, Uni Gießen). Alle drei Projekte zeichnen sich dadurch aus, dass in den Teams Bodenchemiker, -physiker und -biologen eng zusammen arbeiten, um die komplexen und dynamischen Prozesse der Veränderungen von Oberflächeneigenschaften zu charakterisieren und zu verstehen.
So führt die Bewässerung mit Abwasser unabhängig von dessen Herkunft sehr häufig zu einer Benetzungshemmung der Oberflächen, ohne dass bekannt ist, welche Inhaltsstoffe dies verursachen. Diese Effekte können teilweise während der Winterregenzeit wieder abklingen, möglicherweise über Auswaschungs- und/oder Abbauprozesse. Auch bei der biologischen Krustenbildung wirken sich Salz- und Nährstoffeinträge sowie Auswaschungsprozesse auf deren Stabilität und Regenerationsvermögen aus. In den lebhaften Diskussionen zeigten die Teilnehmer daher ein großes Interesse an den Themen der jeweils anderen Arbeitsgruppen. In dem Zusammenhang entstanden konkrete Kooperations- und Vernetzungsansätze zur Integration in die Forschung aller Projekte.
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Biologische Kruste in der Negev-Wüste
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Für die teilnehmenden Masterstudenten und Doktoranden war es zudem eine wichtige Gelegenheit, eigene Ergebnisse vor internationalem Publikum vorzustellen. Darüber hinaus spielt bei diesem DFG-Programm natürlich auch immer die Begegnung zwischen israelischen, palästinensischen und deutschen (Nachwuchs-)Wissenschaftlern eine wichtige Rolle, da dies vor Ort nur in Einzelfällen und unter großem administrativem Aufwand möglich ist. Die Freude am fachlichen Austausch wurde dadurch noch gesteigert.
Voller neuer Ideen verließen die Teilnehmer nach drei intensiven Tagen den Workshop mit der Hoffnung, ein solches Treffen im kommenden Jahr mit neuen Ergebnissen wiederholen zu können.
von Professor Bernd Marschner