Prominente Unterstützung für Afrika-Forschung
Ehemaliger Bundespräsident Horst Köhler ist Schirmherr von DFG-Schwerpunktprogramm
Afrika steht vor gewaltigen Herausforderungen: Politische und wirtschaftliche Liberalisierung, neue Beziehungen von Staat und Gesellschaft, Globalisierungsprozesse unterschiedlichster Auswirkungen verändern den Kontinent und das Leben seiner Bewohnerinnen und Bewohner auf oft radikale Weise. Dies ist das Themenfeld des DFG-Schwerpunktprogrammes „Adaption and Creativity in Africa - Technologies and Significations in the Production of Order and Disorder“, das 2010 eingerichtet wurde. Bei der Beantwortung ihrer grundlegenden Fragestellungen können die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf prominente Unterstützung zählen: Der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler, Afrika vielfach verbunden, hat die Schirmherrschaft des Schwerpunktprogramms übernommen.
Rund 100 Forscherinnen und Forscher aus Deutschland und Afrika arbeiten im Rahmen des Programmes in zwölf Projekten zu den aktuellen Veränderungen in den Ländern Afrikas. Bei deren Bewältigung kommt es vor allem auf die Kapazitäten der afrikanischen Bevölkerung an. Doch deren Bestimmungsfaktoren sind weitgehend unerforscht. Im Zentrum des Schwerpunktprogrammes stehen daher zahlreiche dringliche Fragen: Wie eignen sich Afrikanische Akteure von außen bereitgestellte oder aufoktroyierte Ressourcen an und verfremden diese? Warum scheitern vielleicht sogar gut gemeinte Interventionen des Nordens so regelmäßig? Welche Auswirkungen hat beispielsweise die flächendeckende Nutzung neuer Technologien wie etwa das Internet oder das Mobiltelefon?
Auch Schirmherr Horst Köhler ist durch seine langjährige Tätigkeit im Ausland, vor allem im Internationalen Währungsfonds, mit diesen Fragen vertraut: "Sehr gerne habe ich die Schirmherrschaft über das Schwerpunktprogramm der DFG übernommen. Afrika ist ein Kontinent der Chancen. Wir sind gut beraten, ihm auch in der Wissenschaft mehr Aufmerksamkeit zu schenken und durch die gemeinsame Arbeit von Wissenschaftlern aus Deutschland und Afrika Wege zu einer Partnerschaft auf Augenhöhe zu suchen und zu finden", sagt der ehemalige Bundespräsident.
Durch innovative und transdisziplinäre Forschung, die die afrikanische Handlungsmacht ernst nimmt, möchten die Wissenschaftler den internationalen Fokus auf Afrikastudien in Deutschland lenken. Ebenso sollen mit Afrika beschäftigte Forscher aus Ethnologie, Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Geschichte, Politikwissenschaften und Soziologie eine gemeinsame Fachsprache erarbeiten, um die fächerübergreifende Zusammenarbeit zu erleichtern. Das Schwerpunktprogramm setzt daher auf gemeinsame Publikationen und auf Sommerschulen, die Experten aller Disziplinen zusammenführen und vernetzen sollen.
Die Koordinatoren des Programmes, Ulf Engel, Professor am Institut für Afrikanistik der Universität Leipzig und Richard Rottenburg, Professor für Ethnologie an der Universität Halle-Wittenberg haben für die erste zweijährige Programmphase ein umfangreiches Forschungsprogramm erarbeitet.In Horst Köhler sehen sie eine wertvolle Unterstützung: „Angesichts des Engagements und Verständnisses, das Herr Bundespräsident Dr. Horst Köhler in seiner Amtszeit für den afrikanischen Kontinent bei zahlreichen Gelegenheiten, insbesondere aber im Rahmen der Initiative Partnerschaft mit Afrika gefunden hat, sind wir außerordentlich froh darüber, dass er die Schirmherrschaft für dieses Programm übernommen hat.“