Drittes Treffen der DFG-Afrika-Initiative

Rund 150 deutsche und afrikanische Wissenschaftler diskutierten vom 28. bis 30. Juni in Bad Honnef über Perspektiven der Forschungsförderung in Afrika

Zum dritten Workshop der Afrika-Initiative trafen sich rund 150 afrikanische und deutsche Wissenschaftler
Zum dritten Workshop der Afrika-Initiative trafen sich rund 150 afrikanische und deutsche Wissenschaftler
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Impressionen vom Treffen

Zum dritten Workshop der Afrika-Initiative trafen sich rund 150 afrikanische und deutsche Wissenschaftler
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Podiumsdiskussion zu Forschungsperspektiven in Afrika
Isabella Quakyi, Ghana Academy of Sciences, Accra
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Zeit für Fragen – und Antworten
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Postersession
Postersession zu aktuellen Forschungsprojekten
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Erfahrungsaustausch
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Raum für wissenschaftlichen Austausch
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Nelson Sewankambo, Makarere University, Kampala/Uganda
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Rund 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besuchten die dritte Tagung der Afrika-Initiative
Rund 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besuchten die dritte Tagung der Afrika-Initiative
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Rege wissenschaftliche Diskussion zu vernachlässigten Infektionskrankheiten
Rege wissenschaftliche Diskussion zu vernachlässigten Infektionskrankheiten
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In Afrika verbreitete Infektionskrankheiten, die wegen ihrer geringen medizinischen Bedeutung für die Staaten auf der Nordhalbkugel eine unangemessen niedrige Aufmerksamkeit von Forschungsförderern genießen, hat die Afrika-Initiative der DFG im Blick. Rund 150 afrikanische und deutsche geförderte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Vertreter von Forschungsförderungsorganisationen brachte nun das dritte Treffen vom 28. bis 30. Juni 2012 in Bad Honnef bei Bonn zusammen. Drei Tage lang diskutierten sie aktuelle Themen rund um den Schwerpunkt „Infektiologie“ und präsentierten die derzeit durch die DFG geförderten Projekte.

Die „Afrika-Initiative“ startete mit einem ersten Treffen 2010 und setzt einen besonderen Fokus auf sogenannte „Vernachlässigte Krankheiten“. In Kooperationsprojekten widmen sich Forschende aus Deutschland und Afrika drängenden infektionsbiologischen Fragestellungen. Mit der Förderung dieser Projekte will die DFG die Bekämpfung von Infektionskrankheiten voranbringen – die Beteiligung von Forschenden aus den betroffenen Ländern und die Unterstützung beim Aufbau einheimischer Forschungskapazitäten, auch „capacity building“ genannt, sind dabei zentrale Anliegen. So sollen im Mittelpunkt vor allem Krankheiten stehen, deren Erforschung bislang – zumeist aus wirtschaftlichen Gründen – vernachlässigt wurde. Die Projekte sollen auch deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Forschungsmöglichkeiten in Krankheiten erschließen, die national kaum sinnvoll untersucht werden können.

Auch in der diesjährigen Konferenz kamen nicht nur fachliche Themen auf den Tisch, besonders die Perspektiven der Forschungsförderung in Afrika allgemein waren ein wichtiger Aspekt, den deutsche und afrikanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einer abschließenden Podiumsdiskussion gemeinsam erörterten. Oberstes Ziel ist dabei eine bessere Zusammenarbeit zwischen Forschungsinstituten und Universitäten des Nordens und des Südens, die bisher noch nicht in ausreichendem Maße besteht. Es gilt zunächst, geeignete Rahmenbedingungen für Forschung in Afrika zu schaffen, beispielsweise durch die Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses, Mentoring-Programme zur internen Qualitätssicherung und die gezielte Förderung von Themen, die für die konkrete Situation in Afrika relevant sind. Dabei werden die Doktoranden und Mitarbeiter zum Teil in Deutschland ausgebildet, um in modernsten Methoden geschult zu sein und ihrerseits Ausbildung in Afrika leisten zu können.

Erklärtes Programmziel ist es, gerade jungen afrikanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit einer hochwertigen Ausbildung eine langfristige Perspektive im Heimatland zu ermöglichen. Besonderes Augenmerk wurde bei der Bewilligung der Kooperationsprojekte daher auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses gelegt. Zusammen mit der verbesserten Infrastruktur soll das den „brain drain“-Effekt entgegenwirken.

Ebenso betonten besonders die afrikanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass alle Ziele nur mithilfe des engagierteren Einsatzes der afrikanischen Regierungen zu erreichen seien, beispielsweise durch eine Agenda für Gesundheitsforschung und verstärkte internationale Kooperationen. Dabei sollten sich auch die afrikanischen Regierungen zunehmend an der Forschungsförderung beteiligen, um so auch mehr Einfluss auf die nationalen Forschungsagenden zu bekommen, die derzeit weitgehend von großen internationalen Förderorganisationen bestimmt werden. Nur so könnten die vorhandenen wissenschaftlichen Ressourcen effektiv, eigenverantwortlich und nachhaltig genutzt werden.

Erstmals wurde das „Afrika-Initiative“ genannte Programm „German-African Cooperation Projects in Infectology“ von der DFG im April 2007 ausgeschrieben; eine zweite Ausschreibungsrunde folgte im November 2008, eine dritte im Oktober 2010. Derzeit werden in dem Kooperationsprogramm zu Infektionskrankheiten 28 internationale Projekte gefördert. In der ersten Ausschreibungsrunde gingen 36 Vollanträge ein, von denen 16 bewilligt wurden – in der zweiten Runde waren es neun bewilligte Anträge von 19 eingegangenen, in der dritten Runde wurden vier neue Anträge von 9 Beantragten in die Förderung aufgenommen. Rund 25 Millionen Euro stehen insgesamt für die Projektförderung zur Verfügung. Die afrikanischen Kooperationspartner sind in insgesamt 17 Staaten Afrikas mit Schwerpunkt in der Sub-Sahara-Region angesiedelt.

 

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